Der Campus für alle wird in Ulm diskutiert

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Donnerstag, 12. Oktober - 2017 17:18

Muss man eigentlich zu allem immer etwas sagen? Mit diesen Worten reagieren die Ulmer Basketballer auf die Idee zu einem Leistungszentrum für alle Spitzensportler. Das hatten die Ulmer Fußballer wegen der festgefahrenen Verhandlungen zwischen der Stadt und den Ulmer Basketballern vorgeschlagen. Die fordern aber weiter ihren „Orange Campus“. Das geplante Nachwuchsleistungszentrum wäre von den jungen Basketballern ausgelastet. Außerdem würden sich Basketball- und Fußballfelder nicht ergänzen, teilte der Verein heute mit.

Stand 14 Uhr:

Die Ulmer Fußballer hatten die Idee: ein Nachwuchsleistungszentrum für alle Spitzensportler. Die Stadt Ulm und Oberbürgermeister Gunter Czisch haben prinzipiell nichts dagegen. Die Vereine sollten sich untereinander einigen. Gut findet die Idee auch Walter Feucht, der Vorsitzende der TSG Söflingen und Kenner der Ulmer Sportszene. Die TSG würde sich laut Feucht auch daran beteiligen, doch die Koordination sollte in der Hand der Stadt bleiben. Die Ulmer Basketballer wollen sich noch in dieser Woche zu der Idee äußern. Sie fordern ja ihren „Orange Campus“, doch die Verhandlungen mit der Stadt Ulm dazu sind festgefahren.

Stand 12 Uhr:

In Ulm wird gerade über einen Campus für alle Spitzensportler diskutiert. Die Ulmer Fußballer hatten das vorgeschlagen – wegen der festgefahrenen Verhandlungen um den „Orange Campus“ der Ulmer Basketballer. Nun hat sich Oberbürgermeister Gunter Czisch eingeschaltet. Laut ihm hat die Stadt prinzipiell nichts gegen gemeinsame Nachwuchsleistungszentren, allerdings müssten sich die Vereine untereinander einigen. Die Basketballer reagierten überrascht auf die Idee der Ulmer Fußballer und wollen sich im Laufe der Woche noch näher dazu äußern. Wir von DONAU 3 FM bleiben dran für Sie.

Meldung vom 11.10.2017:

Es ist ein mehr als überraschender Vorschlag, der da von den Ulmer Fußballern ins Feld geführt wird. Sie fordern einen Campus für alle. Nachdem die Pläne um das Nachwuchszentrum der Basketballer ins Stocken geraten sind, sollte es ein ähnliches Projekt für alle Ulmer Spitzensportler geben. Räume könnten gemeinsam genutzt werden. Als möglicher Standort wurde das SSV-Gelände in der Friedrichsau genannt. Die Ulmer Basketballer zeigen sich über diesen Vorschlag überrascht und wollen sich noch im Laufe dieser Woche dazu äußern.

Meldung vom 10.10.2017:

Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch hat die Nase gestrichen voll. In einem öffentlichen Brief hat er jetzt die Ulmer Basketballer scharf kritisiert. Es geht um die Finanzierung des Nachwuchszentrums „Orange Campus“. In dem dreiseitigen Brief begründet Czisch noch einmal das Vorgehen der Stadt, um dann richtig in die Vollen zu gehen. Ihn stört vor allem, dass die Basketballer viel Geld von der Stadt wollen, ohne genug Eigenkapital vorzuweisen und dass sie dann Zitat: „auf vielen Kanälen die Position von Gemeinderat und Verwaltung kommentieren und damit taktieren“. Czisch fordert die Basketballer mit Nachdruck auf, zu einem konstruktiven Dialog zurückzukehren. Sie sollten anerkennen, dass derjenige das Verfahren bestimmt, der die Entscheidung zu treffen hat und damit die Verantwortung trägt.

>>Lesen Sie hier den Brief<<

Meldung vom 06.10.2017:

Alle Fraktionen des Ulmer Gemeinderats, außer SPD und Linke, fordern mehr Sachlichkeit in der Diskussion um den „Orange Campus“. In einem Schreiben verlangen sie von den Ulmer Basketballern Antworten auf offene Fragen bei der Finanzierung. Ohne die sei keine Entscheidung möglich. Trotz der Chancen und der Bedeutung des Nachwuchsleistungszentrums sei sorgfältig zu prüfen, schließlich gehe es um Millionen Steuergelder. Inzwischen liegt auch eine Stellungnahme der Ulmer Basketballer vor. Der Verein steht Gesprächen offen gegenüber. Basketball-Finanzchef Andreas Oettel sagt: „Wir verstehen und begrüßen den Inhalt der Stellungnahme und freuen uns auf die folgenden Gespräche.“

Meldung vom 27.09.2017:

Das war dann wohl nichts: Der Ulmer Gemeinderat hat die Entscheidung über das 23 Millionen Euro teure Basketball-Zentrum Orange Campus vertagt. Zuvor hatte der Gemeinderat zweieinhalb Stunden lang hinter verschlossenen Türen diskutiert, um dann im öffentlichen Sitzungsteil die Vertagung zu beschließen. Die Gemeinderäte fordern unter anderem mehr Informationen, um die Entscheidung treffen zu können. Die Basketball-Geschäftsführer Thomas Stoll und Andreas Oettel blicken optimistisch in die Zukunft. DONAU 3 FM gegenüber sagte Oettel, er sei optimistisch, dass man die Räte in den kommenden Wochen von dem Projekt überzeuge. OB Gunter Czisch äußerte sich zurückhaltender: Prinzipiell wolle man ein Projekt wie den Orange Campus fördern. Doch  das Projekt sei so komplex, das es mehr Zeit zur Aufklärung brauche. Erst dann könne der Gemeinderat entscheiden, ob es förderwürdig sei.

Foto: ratiopharm Ulm / BBU ’01

 




Ähnliche Beiträge