Rechtsradikale im Visier

Allgemein, Biberach, DONAU 3 FM Region, Polizeimeldungen, Ulm / Neu-Ulm Freitag, 25. September - 2015 11:06

Die Behörden haben Rechtsextreme in der Region offenbar gut im Visier. Beamte, unter anderem vom Staatsschutz, haben in Ulm, sowie in den Landkreisen Biberach, Göppingen und Alb-Donau bei 30 Personen Hausbesuche abgestattet. Dabei handelte es sich überwiegend um Männer, die mit der rechten Szene sympathisieren, in dieser verkehren, in der Vergangenheit politisch rechts geprägte Veranstaltungen besuchten oder wegen entsprechender Straftaten bereits in Erscheinung getreten waren. Die Beamten ermunterten ihre Gesprächspartner zum Ausstieg aus der rechten Szene und boten für den Fall der oftmals langwierigen Umorientierung ihre aktive Hilfe an. Die Angesprochenen waren zwischen 19 und 35 Jahren alt, die meisten allerdings Mitte bis Ende 20. Fast die Hälfte der kontaktierten Männer waren gesprächsbereit, mehr als ein Drittel der Angesprochenen vertritt jedoch weiterhin eine rechtsextreme Gesinnung oder räumt ein, in entsprechenden ideologisch gleichgesinnten Szenenkreisen zu verkehren. Einzelne hatten sich bereits selbstständig von der rechten Szene abgewandt. Die Polizei klärte die überwiegend jungen Menschen in zahlreichen Gesprächen über Hintergründe und Gefahren des Rechtsextremismus und damit einhergehenden negative Auswirkungen sowohl im Privat- wie auch im Berufsleben auf. Ziel dieser Gespräche war es vor allem, den oft orientierungslosen jungen Menschen Alternativen und Möglichkeiten eines Ausstiegs aufzuzeigen. Die Teams beantworteten Fragen, wie das Abrutschen in den Rechtsextremismus verhindert werden kann, welche Wege es für Aussteiger gibt, oder auch welche Zukunftsperspektiven nach einem Ausstieg bestehen. Neben den Gesprächen ergab sich für die Polizei die Möglichkeit, Angehörige und auch den unmittelbaren Freundeskreis der Adressaten zu sensibilisieren. In einigen Gesprächen konnte festgestellt werden, dass weder eine rechtsextreme Ideologie noch eine entsprechende Szenenzugehörigkeit das Motiv für Fehlverhalten waren. Vielmehr wollte man „Teil einer Gruppe“ oder „anerkannt“ sein. Oftmals spielte Alkoholkonsum eine Rolle. Politische Hintergründe dagegen sind erfahrungsgemäß oft nur plakatives Beiwerk und nicht die Hauptmotivation der in den rechten Sog geratenen jungen Menschen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten wird die Polizei diesen Personenkreis auch weiterhin im Auge behalten.




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