Gänstorbrücke über Nacht gesperrt: Chaosfahrt hat Risse vergrößert

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Mittwoch, 29. Mai - 2019 16:00

Wie schlimm steht es nach dem Vorfall mit einem 77-Tonner um unsere Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm? Das steht jetzt fest, die Brücke ist untersucht worden. Demnach haben sich zwar schon vorhandene Risse vergrößert, die Schäden halten sich aber in Grenzen. Ein Schwerlaster war vor gut zwei Wochen verbotenerweise über die marode Brücke gedonnert.

Meldung vom 27.05.2019:

Welche Schäden hat die verbotene Fahrt eines Schwertransporters über die marode Gänstorbrücke verursacht?

Das wollen Experten der Stadt Ulm heute mit speziellen Untersichtgeräten genauer untersuchen. Dazu wird die Gänstorbrücke ab 21 Uhr und bis mindestens 5 Uhr einseitig gesperrt.

Nach Neu-Ulm können sie weiter die Brücke benutzen. Nach Ulm wird über die Herdbrücke bzw. die Adenauerbrücke umgeleitet.

Meldung vom 22.05.2019:

Ein 77-Tonner hat trotz Verbots die marode Gänstorbrücke überquert. Passiert ist das in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Die Überfahrt des Schwertlasttransporters hat Konsequenzen – sowohl für die Brücke, als auch für den Verursacher. Die Gänstorbrücke wurde bei der Überfahrt nämlich weiter beschädigt. Die übermäßige Belastung hat bleibende Verformungen am Bauwerk hinterlassen, die sich negativ auf die noch verbleibende Lebensdauer der Brücke auswirken könnten.

Genaueres soll eine Brückenprüfung mit einem Brückenuntersichtgeräte in der Nacht von Montag auf Dienstag (27. auf 28. Mai) zeigen. Dafür wird Montagabend ab 21 Uhr die Gänstorbrücke für mehrere Stunden teilweise gesperrt: Der Verkehr aus Richtung Neu-Ulm nach Ulm wird über die Herdbrücke umgeleitet, Schwerverkehr ab 24 Tonnen über die Adenauerbrücke. Für Verkehr aus Richtung Ulm nach Neu-Ulm bleibt die Brücke passierbar.

Der Schwertransport wurde bei der Überfahrt gefilmt und wurde inzwischen identifiziert. Der LKW samt Begleitfahrzeug hatte seine vorgeschriebene Route verlassen, stattdessen den Weg von der Anschlussstelle Ulm-West über Stuttgarter Straße und Münchner Straße zu seinem Bestimmungsort in Neu-Ulm genommen und dabei die Gänstorbrücke genutzt.

Diese Überfahrt wurde von dem in der Gänstorbrücke eingebauten Monitoringsystem erkannt und von der damit verbundenen Überwachungskamera dokumentiert, so dass der Verursacher identifiziert werden konnte. Die übermäßige Belastung hat bleibende Verformungen am Bauwerk hinterlassen, die sich negativ auf die noch verbleibende Lebensdauer des Brücke auswirken könnten. Künftig wird das zulässige Gesamtgewicht, mit dem die Gänstorbrücke befahren werden darf, auf 24 Tonnen gesenkt.

Fotos: Ingenieurbüro Schiessl Gehlen Sodeikat / Titel + oben und unten: DONAU 3 FM

Meldung vom 20.11.2018:

Die Gemeinderäte von Ulm und Neu-Ulm haben am Abend einstimmig die Planungsvereinbarung zum Neubau der Gänstorbrücke beschlossen. Die Ausschreibung und Planung läuft noch die nächsten drei Jahre. Ab 2022 soll gebaut werden. Entsprechend äußerte sich Michael Jung, der Leiter der Ulmer Hauptabteilung für Verkehr, im DONAU 3 FM-Interview. Bis zur Fertigstellung der neuen Gänstorbrücke brauchen alle Verkehrsteilnehmer aber wohl starke Nerven: sie soll erst in fünf bis sechs Jahren fertig sein.

Meldung vom 19.11.2018:

In der Nacht auf Sonntag sind über die Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm stundenlang tonnenschwere Kräne gefahren. Liebherr hatte kostenlos drei Kräne mit Gewichten zwischen 36 und 48 Tonnen zur Verfügung gestellt –  für einen Belastungstest. Das Ergebnis: Die Brücke ist zumindest nicht in einem noch schlechteren  Zustand als erwartet. Das heißt, der Verkehr ist weiter möglich, bleibt aber eingeschränkt auf zwei statt auf der vorhandenen vier Spuren. Die Seite flussaufwärts wird voraussichtlich zuerst neu gebaut. Bis die Brücke komplett erneuert ist wird es noch etwa fünf bis sechs Jahre dauern.

Fotos: Ralf Zwiebler

Das könnte Sie auch interessieren:


Tags: