Bahn rechnet nach: Stuttgart 21 wird nicht teurer

Allgemein, DONAU 3 FM Region, Ulm / Neu-Ulm Montag, 11. November - 2019 18:24

Nach zahlreichen Preissprüngen schließt die Bahn derzeit weitere Kostensteigerungen beim milliardenschweren Bahnprojekt Stuttgart 21 aus.

«Nach allem, was wir heute wissen, liegen wir im geplanten und freigegebenen Rahmen», sagte Bahnvorstand Jens Bergmann am Montag in Stuttgart nach der Sitzung des Lenkungskreises, in dem die Projektpartner zusammensitzen.

Zuletzt hatte es immer wieder Gerüchte gegeben, das Bahnprojekt zwischen Stuttgart und Ulm könnte erneut teurer werden als zuletzt veranschlagt. Inklusive aller Brücken und Zubringertunnel zum neuen Tiefbahnhof in Stuttgart soll das Projekt nach letzten Schätzungen am Ende 8,2 Milliarden Euro kosten. Im Finanzierungsvertrag waren im 2009 noch 4,5 Milliarden Euro festgelegt worden.

Sorgen bereitet den Projektpartnern – der Verband Region Stuttgart, Stadt, Flughafen, Land und Bahn – weiterhin die Finanzierung für das Zugsicherungssystem ETCS («European Train Control System») im Regional- und S-Bahn-Verkehr. Nach dem heutigen Stand müsste Stuttgart 21 mit veralteter Stellwerks- und Sicherungstechnik in Betrieb gehen, warnte der Ministerialdirektor im Landesverkehrsministerium, Uwe Lahl. Das Bundesfinanzministerium stelle die Mittel für die modernste Technik am Bahnknoten Stuttgart nach wie vor nicht zur Verfügung. Verband, Stadt, Land und Flughafen appellierten erneut an den Bund, die Technologie der elektronische Zugsteuerung auch bei S21 zu realisieren.

Die Deutsche Bahn will ihr Schienennetz auf eine digitale Leittechnik umstellen und damit ohne den Bau neuer Gleise die Kapazität auf den Strecken um bis zu 20 Prozent steigern. Mit ETCS und der digitalen Stellwerken sollen unter anderem Personen- und Güterzüge in dichterer Folge fahren als bisher.

Meldung vom 05.11.2019:

Das Bahnprojekt Stuttgart-Ulm nimmt immer mehr Gestalt an, doch Reisende müssen sich noch einmal auf massive Einschränkungen einstellen.

Wegen des Anschlusses der Neubaustrecke an den Ulmer Hauptbahnhof wird der Fernverkehr zwischen Stuttgart, Augsburg und München von Sonntag, 24. November, 23 Uhr, bis Freitag, 15.  Dezember, 4 Uhr, um Ulm herumgeleitet oder entfällt ganz.

Projektleiter Stefan Kielbassa sagte dazu im DONAU 3 FM Interview: „Die Sperrung ist jetzt erforderlich, weil zur Zeit die Verkehre nach Geislingen, Plochingen und Stuttgart nicht auf diesem Kreuzungsbauwerk liegen. Wir mussten es erst herstellen. Und die liegen jetzt links und rechts auf Ausweichgleisen und in dieser Sperrpause wird die Strecke zurückgelegt in ihre Soll-Lage auf dem Kreuzungsbauwerk.“

Der Regionalverkehr ist von den Gleisbauarbeiten in Ulm nicht betroffen.

Um den Termin zu halten, hat die Bahn ein paar Tage Puffer eingebaut. Ulm liegt aber sehr gut im Zeitplan, weil man sich entsprechend Zeit genommen hat: „In den zehn Jahren haben wir ganz bewusst in kleinen Schritten gearbeitet, also nicht versucht hier innerhalb kürzester Zeit alles auf den Kopf zu stellen, das wäre nämlich mit dem Betrieb des Bahnhofs schwer verträglich gewesen. Wenn man sich die Zeit nimmt, die auch die Planung dazu braucht, dann ist man gut beraten.“

Ende 2022 sollen die ersten Züge auf der Neubaustrecke rollen!

Fotos: DONAU 3 FM

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