Bayerische Staatsbibliothek: Einstein-Brief ist nur Kopie

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Mittwoch, 12. Juni - 2019 13:22

Bei dem vor rund einem Jahr in München gefundenen Einstein-Brief handelt es sich nach Angaben der Bayerischen Staatsbibliothek nur um eine Kopie.

Das Schreiben des Ulmer Physik-Genies Albert Einstein (1879-1955) an den jüdischen Wissenschaftler Julius Hirsch (1882-1961) sei mit einem Kopiergerät vervielfältigt worden, das um das Jahr 1930 herum und bis in das späte 20. Jahrhundert hinein gebräuchlich gewesen sei. Dieses Ergebnis teilte der Generaldirektor der Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa, am Mittwoch in München mit. Die Israelitische Kultusgemeinde (IKG), in deren Archiv das Schreiben im vergangenen Jahr gefunden wurde, war davon ausgegangen, dass es sich bei dem Brief um eine Durchschrift handelt, die im Besitz von Einstein selbst geblieben sein muss. Die Theorie, das Einstein das Schreiben in seinen Händen hatte, steht nach den Untersuchungen der Staatsbibliothek allerdings auf sehr wackeligen Füßen. «Wir wissen nicht, wer die Kopie wann angefertigt hat», sagte Ceynowa. Nach Angaben der IKG befand sich der Brief, dessen Original im Leo Baeck-Institut in New York verwahrt wird, in einem Konvolut, das auch viele aus Zeitungen ausgeschnittene Nachrufe auf den 1961 gestorbenen Empfänger des Briefes, Julius Hirsch, umfasste.


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