Digitales Klassenzimmer: Tablets für die Grundschule Offenhausen

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Dienstag, 28. Mai - 2019 13:09

Zuhause gibt es Internet, Smartphone und Tablet – in der Schule hingegen Offline-Unterricht mit Arbeitsblättern und Overhead-Projektor. So sieht der Alltag an vielen deutschen Bildungseinrichtungen aus – bis vor kurzem auch an der Grundschule Neu-Ulm/Offenhausen.

Dabei sollte die Schule der Ort für eine umfassende Vorbereitung auf die fortschreitende Digitalisierung des Alltags sein. Lehrerinnen und Lehrer sollten den Kindern zeigen können, was die Chancen und Möglichkeiten, aber auch die Gefahren und Grenzen des Internets sind.

Um der Grundschule Offenhausen eine digitale Grundausstattung zu verschaffen, haben sich engagierte Eltern und der Förderverein der Schule (BO Bildung Offenhausen) einen Partner aus der Wirtschaft gesucht. Denn Bund (Digitalpakt), Freistaat (Bayern Digital II) und Kommune (Tablets vielleicht ab 2020) kündigen zwar viel an, doch noch ist kein digitales Klassenzimmer in Betrieb oder gar in Sicht.

Das Neu-Ulmer IT-Haus „s.i.g. mbh“ mit Sitz in der Zeppelinstraße stellte dafür jetzt nicht nur die entsprechende Hardware zur Verfügung, sondern entwickelte mit dem Förderverein ein Gesamtkonzept für den grundschulgerechten Einsatz.

„Einfach ein paar Tablet-PCs zu spenden, ist zu wenig. Die Rechner müssen kindgerecht ausgestattet werden, der Datenschutz ist zu beachten und auch die Lehrerschaft war entsprechend zu schulen“, fasst s.i.g-Geschäftsführer Guido Fetzer das Projekt zusammen, in das seine Firma bis jetzt rund 10.000 Euro investiert hat.

Neben einem Satz von zehn iPads gehört ein Lehrer-Tablet, mit welchem die Schüler-iPads bespielt und überwacht werden können, zum Paket. Dazu kommt ein Rollkoffer als Ladestation mit einem iMac-Mini als Mutterrechner. Hierüber werden die iPads abschließbar aufbewahrt, geladen, gepflegt und von den Lehrern mit den gewünschten Apps aktualisiert.

Nachdem die Grundschule bisher weder über eine Breitbandanbindung noch über ein WLAN verfügt, spendete s.i.g zudem ein Smartphone, über das die benötigten Apps geladen werden können. Den dazu nötigen Hotspot und die Kopfhörer für den Multimedia-Einsatz steuerte der Förderverein bei. So können die iPads schon jetzt eingesetzt werden – auch ohne fehlenden Breitbandanschluss.

Für das Projekt stellte s.i.g. zudem einen eigenen Mitarbeiter ab, der nicht nur die technische Einführung, sondern auch die Schulungen der Lehrerschaft übernahm. „Auch wir haben in diesem Projekt viel gelernt und Erfahrungen gesammelt, die uns dabei helfen, uns künftig als Dienstleister für die digitale Bildung in der Region zu positionieren“, so Fetzer.

Um die neuen Möglichkeiten auch gezielt nutzen zu können, haben sich die Lehrer in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht auseinandergesetzt. Rektorin Cäcilia Tremmel-Wiringer: „Das ist für uns schon ein Stück weit Neuland. Auf der anderen Seite sind an der Schule sehr viele junge Lehrerinnen, die ganz selbstverständlich mit Tablets und Smartphones umgehen.“

Rektorat und Kollegium stehen hier in einem ständigen Austausch mit Jürgen Schlieszeit, medienpädagogischer und informationstechnischer Berater für die Landkreise Neu-Ulm und Günzburg, der auch Fortbildungen für den Unterricht mit digitalen Medien anbietet. Um die Schüler für die Thematik zu sensibilisieren, hat der Förderverein der Grundschule außerdem im Januar und Februar in Zusammenarbeit mit dem renommierten Münchner Bildungsinstitut „Studio im Netz“ jeweils eineinhalbstündige Workshops für die dritten und vierten Klassen organisiert.

Abgerundet wurde diese Fortbildung durch einen Elternabend, wo insbesondere Online-Spiele wie Fortnite im Fokus standen. Die Weiterentwicklung der Grundschule Offenhausen, die damit ihr Profil „Lesen“ ergänzt, hat auch in der Stadtverwaltung für ein positives Echo gesorgt. Als eine der ersten Schulen im Stadtgebiet soll die Grundschule an der Martin-Luther-Straße noch im Jahr 2019 einen Breitband-Anschluss sowie eine WLAN-Versorgung bekommen.

Foto: pixabay / steveriot1 (Symbolbild)

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