In Ulm verurteilt: Gefängnisstrafe für Brandstiftungen aus Fremdenhass

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Dienstag, 21. Mai - 2019 16:05

Wegen versuchten Mordes und Brandstiftung aus fremdenfeindlichen Motiven ist eine Frau zu einer Gefängnisstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Das Landgericht Ulm berücksichtigte bei dem Urteil am Dienstag eine durch eine schwere Alkoholsucht und psychische Probleme bedingte verminderte Schuldfähigkeit der 33-Jährigen. Das Gericht blieb damit sogar noch unter dem Antrag der Verteidigung, die auf sechs Jahre Haft plädiert hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte neun Jahre gefordert.

Die Angeklagte habe den Tod von insgesamt mehr als 40 Menschen billigend in Kauf genommen. Verletzt wurde niemand, die Brände richteten nur geringe Schäden an. Bei der Gewichtung der Taten seien die erheblichen persönlichen Probleme der Beschuldigten zu berücksichtigen gewesen, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter.

Er ordnete neben der Haftstrafe die Einweisung in eine Entzugsklinik an. Vor Gericht hatte die Deutsche gestanden, im September 2018 vor einer Asylbewerberunterkunft in Bad Überkingen sowie bei einem türkischen Lebensmittelgeschäft in Geislingen an der Steige (beide Kreis Göppingen) Feuer gelegt zu haben. Polizisten fanden in ihrer Wohnung Nazi-Symbole.

Sie habe «Menschen Angst machen» wollen, sagte die Angeklagte. Als Grund gab sie Frust über eine gescheiterte Beziehung an. Zudem erklärte sie, einen Groll gegen Muslime gehegt zu haben. Als Transsexuelle sei sie von muslimischen Männern verhöhnt worden. Die mit männlichem Geschlecht geborene Angeklagte hatte sich nach einer Hormonbehandlung amtlich als Frau einstufen lassen.

Meldung vom 10.05.2019:

Vor dem Landgericht Ulm hat eine Frau gestanden, in einer Asylbewerberunterkunft und bei einem türkischen Lebensmittelgeschäft Feuer gelegt zu haben.

Sie habe in betrunkenem Zustand «Menschen Angst machen» wollen, erklärte die Angeklagte am Freitag. Sie sei «kein Nazi». Nach Überzeugung des Staatsanwalts Patrick Bader legte die 33-Jährige die Brände im September 2018 aus fremdenfeindlichen Motiven. Sie habe den möglichen Tod von mehr als 30 Menschen billigend in Kauf genommen.

Anklagt ist die Frau wegen versuchten Mordes, versuchter Brandstiftung mit Todesfolge und schwerer Brandstiftung. Verletzt wurde bei den Anschlägen niemand. Die Angeklagte soll in Geislingen an der Steige vor einem türkischen Geschäft Abfallsäcke angezündet haben. Das Feuer wurde von Passanten erstickt. Einige Tage später soll sie die Holztür einer Asylbewerberunterkunft in Bad Überkingen angesteckt haben. Die Flammen seien von selbst erloschen.

In beiden Fällen habe die Angeklagte Grillanzünder benutzt. Die laut Ermittlungsakten alkoholkranke Angeklagte sagte, sie habe vor allem aus Frust über eine gescheiterte Beziehung gehandelt. Zugleich berichtete die Deutsche von einer Abneigung gegenüber Muslimen. Als Transsexuelle sei sie von muslimischen Männern verhöhnt und beschimpft worden. Die mit männlichem Geschlecht geborene Angeklagte hatte sich nach einer Hormonbehandlung amtlich als Frau einstufen lassen. (Az.: 3 Ks 9 Js 94285/18).

Stand vom Morgen:

Vor dem Landgericht Ulm muss sich eine Frau verantworten, die Feuer vor einem türkischen Geschäft und einer Asylbewerberunterkunft im Kreis Göppingen gelegt haben soll. In dem Prozess, der am Freitag (8.30 Uhr) beginnt, wird der 33 Jahre alten Deutschen unter anderem versuchter Mord und versuchte schwere Brandstiftung in mehreren Fällen vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart geht nach eigenen Angaben von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Nach Polizeiangaben wurden seinerzeit bei der Durchsuchung der Wohnung der Frau eine Fahne mit einem Hakenkreuz und sowie mehrere mit Hakenkreuzen und SS-Runen bemalte Blätter gefunden. Die Brände richteten zwar lediglich geringe Schäden an, jedoch habe sie den möglichen Tod von insgesamt mehr als 30 Menschen billigend in Kauf genommen. Verletzt wurde niemand. Laut Anklage soll die damals 32-Jährige im September 2018 in Geislingen an der Steige vor einem türkischen Lebensmittelgeschäft Abfallsäcke in Brand gesetzt haben. Das Feuer wurde von Passanten gelöscht. Wenig später soll die Frau mit flüssigem Grillanzünder die Holztür des Technikraums einer Asylbewerberunterkunft in Bad Überkingen angesteckt haben. Die Flammen seien von selbst erloschen. In beiden Fällen soll die Frau betrunken gewesen sein. Sie sitzt in Untersuchungshaft (Az.: 3 Ks 9 Js 94285/18).

Foto: DONAU 3 FM

 


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