Gefängnisstrafen für Anschlag auf türkische Moschee in Ulm

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Freitag, 5. April - 2019 11:21

Wegen des Brandanschlags auf eine Moschee der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft Milli Görüs in Ulm sind drei junge Syrer kurdischer Herkunft zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt worden. Das Landgericht Ulm verhängte am Freitag wegen versuchten Mordes und versuchter Brandstiftung Haftstrafen von drei Jahren, drei Jahren und neun Monaten sowie fünf Jahren und sechs Monaten (Az.: 3 KLs 241 Js 29178/18). Zwei weitere der insgesamt sechs Angeklagten im Alter von 18 Jahren bis 27 Jahren wurden zu Bewährungsstrafen von sechs Monaten sowie einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Ein Beschuldigter kam mit einer Verwarnung wegen indirekter Hilfeleistung für den Anschlag davon. Das Motiv sei gewesen, auf die Notlage der Kurden im nordsyrischen Afrin und aufmerksam zu machen und gegen den dortigen Einsatz der türkischen Armee zu protestieren, erklärte der Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter. Die Beschuldigten hätten dabei den möglichen Tod von Menschen in Kauf genommen. In Wohnungen des Gebäudes mit dem Moscheeraum hielten sich zur Tatzeit in der Nacht zum 19. März 2018 acht Menschen auf. Sie wären, so der Richter, im Schlaf von einem Feuer überrascht worden, wenn die Brandsätze nicht noch rechtzeitig von einer Polizeistreife gelöscht worden wären. «Der mögliche Tod dieser Menschen war ihnen egal, sie wollten unbedingt ein Fanal setzen», sagte der Richter. Der Anschlag sei daher als heimtückisch und rücksichtslos einzustufen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig, innerhalb einer Woche kann dagegen Revision eingelegt werden.

Meldung vom Morgen:

Im Prozess um den Brandanschlag auf eine Moschee der türkisch-islamischen Religionsgemeinschaft Milli Görüs in Ulm werden am Freitag die Urteile verkündet. Vor dem Landgericht Ulm sind sechs Syrer kurdischer Herkunft im Alter zwischen 18 und 27 Jahren angeklagt (Az.: 3 KLs 241 Js 29178/18). Nach eigenen Angaben wollten sie in der Nacht zum 19. März 2018 gegen den Einsatz der türkischen Armee im Syrienkrieg protestieren. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart wirft drei Angeklagten versuchten Mord und versuchte Brandstiftung vor, zwei sind der Beihilfe angeklagt. Der sechste Mann soll sich mit den anderen zu der Tat verabredet haben. Zur Tatzeit sollen acht Menschen in den Wohnungen des Hauses übernachtet haben, in dem sich auch der Gebetsraum der Moschee befindet. Ihren Tod hätten die Angeklagten billigend in Kauf genommen, argumentierte die Staatsanwaltschaft. Sie forderte Freiheitsstrafen von bis zu sieben Jahren und drei Monaten. Die Verteidigung bezeichnete dies als überzogen. Die Angeklagten seien wegen des türkischen Einmarsches in der mehrheitlich von Kurden bewohnten nordsyrische Stadt Afrin emotional aufgewühlt gewesen und hätten sich zu einer «Dummheit» hinreißen lassen. Sie hätten nicht gewusst, dass jemand in dem Gebäude wohnte. Eine Polizeistreife konnte das durch die Brandsätze entstandene Feuer an der Fassade des Hauses noch rechtzeitig ersticken.

Meldung vom 13.12.2018:

Sie sollen im März einen Brandanschlag auf eine Moschee in Ulm verübt haben – dafür stehen ab heute sechs Männer vor dem Ulmer Landgericht. Unter anderem geht es um versuchten Mord. Die sechs sollen Molotow-Cocktails gegen das Haus mit der Moschee geworfen haben. Im Haus schliefen acht Menschen. Deren Tod hätten die Angeklagten in Kauf genommen.

Meldung vom 05.12.2018:

Im März sollen sechs Männer einen Brandanschlag auf eine türkische Moschee in Ulm verübt haben. Jetzt steht der Termin für den Prozessauftakt vor dem Ulmer Landgericht fest: Donnerstag kommende Woche. Drei der Männer sind wegen versuchten Mordes angeklagt, zwei wegen Beihilfe, einer wegen der Verabredung zur Tat. Die sechs sollen Molotow-Cocktails gegen das Haus mit der Moschee geworfen haben. Schäden gab es kaum, doch in den Wohnungen schliefen acht Personen. Deren Tod hätten die Angeklagten in Kauf genommen.

Foto: unsplash / Marek Szturc

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