IHK Ulm: Besetzung der Ausbildungsplätze bleibt schwierig

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Donnerstag, 15. August - 2019 10:46

Die Besetzung ihrer Ausbildungsplätze bleibt für Unternehmen in der Region schwierig. Das zeigt eine neue Umfrage der IHK Ulm. Demnach gestalten sich die unklaren Berufsvorstellungen der Bewerber als zunehmend problematisch. Viele Plätze würden die Unternehmen nicht besetzen können.

Einzelheiten zur IHK-Umfrage:

Die Besetzung ihrer Ausbildungsplätze bleibt für Unternehmen eine Herausforderung. Als zunehmend problematisch gestalten sich die unklaren Berufsvorstellungen der Bewerber. Viele Plätze werden die Unternehmen nicht besetzen können. Davon geht die IHK Ulm nach dem Ergebnis der Ausbildungsumfrage 2019 des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) aus.

Immer weniger Nachwuchs interessiert sich für eine Ausbildung

Einem hohen Ausbildungsengagement der Unternehmen in der Region steht ein immer stärker schwindendes Potenzial an geeigneten Bewerbern gegenüber, was für die Unternehmen zunehmend zu einem Problem wird: Fast ein Drittel der Unternehmen gibt in der Umfrage an, dass sie nicht alle Ausbildungsplätze besetzen konnten. Grund ist bei 70 Prozent, dass keine geeigneten Bewerbungen vorgelegen haben. „Der Trend weg von der dualen Ausbildung hin zum Studium führt in eine Sackgasse“, ist sich IHKHauptgeschäftsführer Otto Sälzle sicher. „Gerade die duale Berufsausbildung bietet bessere und vor allem sichere Berufsaussichten“, betont er.

Um Bewerber für ihre Ausbildungsplätze zu finden, bieten fünf von zehn Unternehmen Praktika an, 44 Prozent investieren in ein verstärktes Ausbildungsmarketing. Ebenso werden direkte Kooperationen mit Schulen, z. B. durch Bildungspartnerschaften, und das Erschließen neuer Zielgruppen genutzt. Finanzielle bzw. materielle Anreize sind nur für knapp ein Fünftel der Unternehmen interessant.

Junge Flüchtlinge in Ausbildung

Auch junge Flüchtlinge stellen ein Potenzial dar. Ein Fünftel der Unternehmen bildet bereits Flüchtlinge aus, 12 Prozent planen dies für die nächsten zwei Jahre. Insgesamt konnten bereits vier von zehn Unternehmen Erfahrungen mit Flüchtlingen im Rahmen von Praktika oder Einstiegsqualifizierungen sammeln.

Berufsorientierung noch ausbaufähig

Größtes Ausbildungshemmnis bleiben jedoch die unklaren Berufsvorstellungen der Bewerber, was die Hälfte der Unternehmen vor große Probleme stellt. „Dieser hohe Wert zeigt, dass die Aktivitäten zur Berufsorientierung in den Schulen nicht vernachlässigt werden dürfen“, fordert Sälzle. „Hier bieten wir den Schulen mit unseren Instrumenten zur Berufsorientierung wie dem IHK-Kompetenzcheck zur Stärkenanalyse wertvolle – und vor allem einfach umzusetzende Unterstützung an.“

Unterstützung und besondere Leistungsanreize

Die Unternehmen engagieren sich auch während der Ausbildung in erheblichem Maße: 28 Prozent der befragten Firmen unterstützen ihre Auszubildenden durch eigene Nachhilfeangebote bzw. die ausbildungsbegleitenden Hilfen der Arbeitsagentur, damit diese ihre Ausbildung erfolgreich absolvieren können. Für besonders begabte und engagierte Auszubildende werden Zusatzqualifikationen wie Fremdsprachen und Auslandsaufenthalte angeboten. „Damit auch kleinere und mittlere Unternehmen für ihre kaufmännischen Auszubildenden besondere Anreize setzen können, bieten wir ihnen mit der Zusatzqualifikation Kaufmann International in London ein maßgeschneidertes Angebot“, stellt Sälzle fest.

Digitalisierung setzt neue Akzente in der Ausbildung

Die besonderen Anforderungen, die die Digitalisierung der Unternehmen mit sich bringt, wirken sich auch auf die Ausbildung aus. So sind inzwischen für mindestens die Hälfte der Unternehmen ITKompetenzen, selbstständiges Handeln und Kommunikationsfähigkeit wichtige Kompetenzen bei der Einstellung von Auszubildenden. In der Ausbildung selbst bereiten die Unternehmen ihre Auszubildenden überwiegend mit abteilungsübergreifenden Projekten und Zusatzqualifikationen vor. „Mit der gemeinsam mit Unternehmen und Berufsschulen entwickelten Zusatzqualifikation ‚Digitale Kompetenzen‘ bieten wir hier ein passgenaues Angebot“, betont Sälzle.

Weiterbildung in den Unternehmen steht hoch im Kurs

Die Unternehmen engagieren sich auch weiterhin sehr in der Weiterbildung ihrer Mitarbeiter. Besonders häufig werden Problemlöse- oder Kreativitätsseminare durchgeführt, gefolgt von fachspezifischen Weiterbildungen und Führungskursen. Die Hälfte der Unternehmen beurteilt zielgruppenspezifische Fördermittel oder staatliche Erfolgsprämien als am besten geeignet, um die Beteiligung von Mitarbeitern zu fördern.

In ihrer Ausbildungsumfrage befragen die IHKs jährlich bundesweit Unternehmen zur aktuellen Ausbildungssituation. In der diesjährigen Umfrage im Mai haben sich in der IHK-Region Ulm 251 und in Baden-Württemberg insgesamt mehr als 1.600 Unternehmen beteiligt. Die Hälfte der beteiligten Unternehmen der Region beschäftigt zwischen 10 und 199 Mitarbeiter und drei Viertel bilden bis zu 15 Auszubildende aus.

Foto: IHK Ulm

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