Kein Widerspruch mehr – Schadenersatz für Ulmer Drogerie-Unternehmer Müller

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Freitag, 16. November - 2018 11:00

Die Schweizer Bank Sarasin muss dem Ulmer Drogerie-Unternehmer Erwin Müller wegen fehlerhafter Beratung bei Anlagegeschäften 45 Millionen Euro zurückzahlen. Nach Angaben des Oberlandesgerichts (OLG) Stuttgart wurden gegen das Berufungsurteil von Mitte September keine Rechtsmittel mehr eingelegt – damit wird die Entscheidung rechtskräftig. Zuvor hatte das «Handelsblatt» am Freitag darüber berichtet. Das OLG hatte entschieden, dass die Bank mit Sitz in Basel ihre Pflichten verletzt und Müller beim Kauf von Anteilen an einem Fonds nicht ausreichend informiert habe. Die Bank hatte das zurückgewiesen. Der Streit drehte sich um Anteile am Luxemburger Sheridan-Fonds. Über den Fonds sollten mit sogenannten Cum-Ex-Transaktionen Gewinne erwirtschaftet werden, bei denen der deutsche Fiskus durch mehrfach beantragte Erstattungen auf nur einmal einbehaltene Kapitalertragssteuern insgesamt um Milliardenbeträge geschröpft wurde. Als das Bundesfinanzministerium derartige Erstattungen stoppte, brach der Fonds zusammen, das eingezahlte Geld war weg.

Meldung vom 14.09.2018:

Im Streit um 45 Millionen Euro Schadenersatz wegen falscher Anlageberatung hat sich der Ulmer Drogerie-Unternehmer Erwin Müller erneut gegen die Schweizer Bank Sarasin durchgesetzt. Das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart wies am Freitag die Berufung der Bank gegen ein Urteil des Landgerichts Ulm zurück, das im vergangenen Jahr bereits zu Gunsten Müllers entschieden hatte. Nun befand auch das OLG, dass der Drogerie-Unternehmer Anspruch auf die 45 Millionen Euro habe. Die Bank mit Sitz in Basel habe ihre Pflichten verletzt und Müller beim Kauf von Anteilen an einem Luxemburger Fonds nicht ausreichend informiert, befanden die Richter. Gegen das Urteil ist noch Revision möglich.

Meldung vom Morgen:

Seit Jahren tobt vor Gericht ein Streit um Millionen zwischen dem Ulmer Drogerie-Unternehmer Erwin Müller und der Schweizer Bank Sarasin. Der 85-Jährige wirft der Bank vor, beim Kauf von Fondsanteilen falsch beraten worden zu sein. Die Bank gibt an, Müller über alle Risiken informiert zu haben. Müller hatte rund 50 Millionen Euro investiert und verloren. Heute soll am Oberlandesgericht in Stuttgart das Urteil im Berufungsprozess fallen.

Foto: DONAU 3 FM

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