Können sich Sportler mit Asthma-Spray dopen?

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Donnerstag, 12. September - 2019 18:30

Die Uniklinik Ulm will in einer aufwändigen Studie herausfinden, ob sich Sportler mit Asthma-Spray dopen können.

Fakt ist: Leistungssportler greifen ungewöhnlich häufig zu Asthmasprays. Zum Beispiel sind bei der Ruderweltmeisterschaft beim Start Asthma-Sprays im Wasser geschwommen, oder das norwegische Team hat 9000 Spraydosen für 200 Sportler mit zur Olympia genommen. Ist das wirklich nur Asthmabehandlung oder ist das ein Missbrauch?

Der Leiter der Studie, Professor Dr. Jürgen Steinacker sagte im DONAU 3 FM Interview dazu: „Es geht darum, dass wir bei Asthma-Medikamenten eine Nebenwirkung auf den Herzkreislauf und auf die Muskulatur haben, die bei hohen Dosen zu einer Leistungssteigerung führt. Wir wollen die Grenze feststellen, ab wann eine solche Nebenwirkung auftaucht, damit wir die Sicherheit von solchen Medikamenten verbessern und aber auch Doping-Gebrauch begrenzen können.“

An der Studie nehmen insgesamt 24 Sportler teil. Ihre Leistung auf dem Ergometer wird mit und ohne Asthma-Medikament gemessen: „Wir brauchen jetzt ungefähr ein halbes Jahr für die Durchführung der Studie. Jeder Probant muss vier mal kommen, dazu kommt eine ausführliche Gesundheitsuntersuchung davor. Wenn alle Proben gesammelt und alle Daten erhoben sind, werden wir sie in die Labors geben. Dann dauert es nochmal ungefähr ein halbes Jahr bis wir die Ergebnisse haben.“

Die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA unterstützt die Ulmer Studie mit 315.000 Dollar.

Foto: Uniklinik Ulm / Matthias Schmiedel

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