Schneller in den Ruhestand als bisher erwartet

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Donnerstag, 3. August - 2017 9:05

Hat er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt und muss er deshalb früher als gedacht seinen Hut nehmen? Bereits Ende Januar 2018 wird General-leutnant Richard Roßmanith, der Chef des Ulmer Kommandos auf der Wilhelmsburg in den Ruhestand versetzt. Für den 62-jährigen kommt der Abschied etwas zu früh, steht nächsten Sommer doch die große Zertifizierung Ulms als mobiles Nato-Hauptquartier an. Nach den Bundeswehr-Skandalen hatte sich Roßmanith kritisch zur Linie von Verteidigungsministerin von der Leyen geäußert.

Stand 6 Uhr:

Der langjährige Befehlshaber des Multinationalen Kommandos Operative Führung in Ulm, Generalleutnant Richard Roßmanith, geht Anfang 2018 in den Ruhestand. Das teilte der ranghöchste Offizier der Bundeswehr in Süddeutschland am Mittwoch anlässlich eines Pressegesprächs in Ulm mit. Über seine Versetzung in den Ruhestand zum 31. Januar sei er kürzlich informiert worden, sagte der 62-jährige General. Das sei nach seinen mehr als 44 Jahren in Uniform für 2018 zu erwarten gewesen, erklärte Roßmanith. Zugleich gab er zu verstehen, dass ihm der Abschied zum Ende des Jahres lieber gewesen wäre. Im Mai 2018 steht bei einer großen Übung in Norwegen die Zertifizierung des Ulmer Kommandos als mobiles Nato-Hauptquartier an. Danach soll es jederzeit für die Führung von Einsätzen der Militärallianz im Ausland mit mehreren Zehntausend Soldaten verschiedener Länder aktiviert werden können. Roßmanith, der als kritischer Denker gilt, hatte nach den Affären um rechtsextreme Umtriebe und erniedrigende Rituale in der Truppe vor einer überzogenen Kritik an der Bundeswehr gewarnt und für einen offenen Dialog über deren Traditionspflege plädiert. Nachfolger Roßmaniths wird dem Vernehmen nach Generalmajor Jürgen Knappe (60), der seit 2015 das Kommando Territoriale Aufgaben in Berlin führt. (dpa/lsw)

Foto: wikimedia/Arps777

Das könnte Sie auch interessieren:


Tags: