Ulmer Stadthaus ist Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Donnerstag, 31. Januar - 2019 17:22

Jetzt ist es amtlich: das Ulmer Stadthaus steht unter Denkmalschutz. Und es ist kein „einfaches“ Denkmal, sondern  ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung und somit ein wichtiger Teil des Kulturguts in Baden-Württemberg.

Heute waren der Präsident des Landesamts für Denkmalpflege, Prof. Dr. Claus Wolf, und der Tübinger Regierungspräsident, Klaus Tappeser, im Stadthaus, um feierlich die Urkunde zur Eintragung in das Denkmalbuch an OB Gunter Czisch zu übergeben.

„Die Schaffung und Positionierung des Stadthauses in Ulm ist eine große stadtbaukünstlerische Leistung und zugleich der krönende Abschluss eines über hundertjährigen Bemühens um die Neugestaltung des Münsterplatzes. Es ist nicht nur ein Bauwerk von hoher künstlerischer Qualität, sondern es bekräftigt und erhöht durch seine Formensprache und seine architektonischen Bezüge die Bedeutung des mächtigen, altehrwürdigen Münsters. Das Stadthaus ist daher aus wissenschaftlichen, künstlerischen und heimatgeschichtlichen Gründen ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung nach Paragraf 12 des baden-württembergischen Denkmalschutzgesetzes“, teilt das Landesamt für Denkmalpflege zusammenfassend als Begründung der Presse mit.

Karla Nieraad, die Leiterin des Stadthauses, sagte dazu: „Es ist ein großes Privileg, in diesem Haus arbeiten zu dürfen. Die Architektur ist tägliche Inspiration für die Beschäftigten und hoffentlich auch für die jährlich rund 200.000 Besucherinnen und Besucher aus aller Welt.“

Meldung vom Morgen:

Rund 25 Jahre nach seiner Eröffnung wird das einst heftig umstrittene Stadthaus Ulm heute (15.00 Uhr) unter Denkmalschutz gestellt. Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) nimmt die Urkunde zur Aufnahme des betont sachlich gehaltenen Gebäudes aus Beton und Glas in das baden-württembergische Buch der Kulturdenkmale von besonderer Bedeutung bei einer Feierstunde entgegen. Viele Einwohner hatten Bedenken gegen den Entwurf des amerikanischen Stararchitekten Richard Meier geäußert, der architektonisch nicht zum gegenüberstehenden gotischen Ulmer Münster mit dem höchsten Kirchturm der Welt passe. Während der Gemeinderat den Bau mit großer Mehrheit beschlossen hatte, initiierten die Gegner einen Bürgerentscheid. Allerdings wurde bei der Abstimmung die erforderliche Beteiligung verpasst, so dass der damalige CDU-Oberbürgermeister Ernst Ludwig grünes Licht für den weißen Bau geben konnte. Längst erfreut sich das Stadthaus am Münsterplatz mit zahlreichen Ausstellungen, Kulturveranstaltungen und einem Café großer Beliebtheit. Einst als «Waschhaus Gottes» verspottet, gilt es heute als Symbol des modernen Ulms.

Meldung vom 25.01.2019:

Dass das Ulmer Stadthaus zum 25-jährigen Jubiläum ins Denkmalbuch aufgenommen wird, ist schon länger bekannt, aber wann das passiert ist neu: am kommenden Donnerstag ist es soweit, dann wird im Stadthaus ganz feierlich die Urkunde zum Kulturdenkmal übergeben. Doch warum wird das Stadthaus ins Denkmalbuch aufgenommen? Das Landesamt für Denkmalpflege argumentiert das so: „Das Stadthaus ist nicht nur einer der bedeutendsten Bauten im Werk des Architekten Richard Meier, sondern zugleich wichtiger Vertreter einer Gegenbewegung zur Postmoderne in den späten 1980er Jahren, der die Ambivalenz dieser Epoche dokumentiert. Seine Gestaltung und Ausrichtung sowie die Behandlung seiner Umgebung bewirken die gelungene Neucodierung eines der berühmtesten Plätze Süddeutschlands. Die selbstbewusste Architektur in Korrespondenz zum Ulmer Münster macht das Stadthaus zu einem herausragenden Zeugnis für die Geschichte der Stadtbaukunst im 20. Jahrhundert. Das Landesamt für Denkmalpflege hat die besondere Bedeutung dieses jungen Kulturdenkmals erkannt und erarbeitet gegenwärtig ein Gutachten zur Eintragung des Stadthauses in das Denkmalbuch. Die Eintragung erfolgt voraussichtlich noch im Jubiläumsjahr 2018“, heißt es in einem Schreiben an Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch.

Meldung vom 12.11.2018:

Das Ulmer Stadthaus soll ins Denkmalbuch aufgenommen werden. Das hat Oberbürgermeister Gunter Czisch bei der Eröffnung der Ausstellung „Lichte Momente“, die das Stadthaus aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens zeigt, gesagt. Demnach bereitet das Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg jetzt die Aufnahme vor. „Das Stadthaus ist nicht nur einer der bedeutendsten Bauten im Werk des Architekten Richard Meier, sondern zugleich wichtiger Vertreter einer Gegenbewegung zur Postmoderne in den späten 1980er Jahren, der die Ambivalenz dieser Epoche dokumentiert. Seine Gestaltung und Ausrichtung sowie die Behandlung seiner Umgebung bewirken die gelungene Neucodierung eines der berühmtesten Plätze Süddeutschlands. Die selbstbewusste Architektur in Korrespondenz zum Ulmer Münster macht das Stadthaus zu einem herausragenden Zeugnis für die Geschichte der Stadtbaukunst im 20. Jahrhundert. Das Landesamt für Denkmalpflege hat die besondere Bedeutung dieses jungen Kulturdenkmals erkannt und erarbeitet gegenwärtig ein Gutachten zur Eintragung des Stadthauses in das Denkmalbuch. Die Eintragung erfolgt voraussichtlich noch im Jubiläumsjahr 2018“, so das Landesamt für Denkmalpflege in einem Schreiben an den Oberbürgermeister.

Foto: DONAU 3 FM (v.l.n.r.: Gunter Czisch, Klaus Tappeser, Prof. Dr. Claus Wolf)

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