Zoff um Ulmer Imagefilm: Öffentliche Diskussionsveranstaltung wird verschoben

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Samstag, 30. November - 2019 10:00

Eigentlich hätte noch im Dezember über den umstrittenen Imagefilm der Stadt Ulm diskutiert werden sollen, doch daraus wird nun nichts!

Die Veranstaltung wird laut der Stadt Ulm auf den 15. Februar 2020 verschoben. Der Veranstaltungsort steht noch nicht fest. Der Kampagnenfilm „Ulm – wir sind alle Vielfalt“ hatte teils heftige Kritik ausgelöst, weil in dem Film ein Rechtsextremer die Hauptrolle spielt. Im Februar sollen nun die unterschiedlichen Reaktionen auf den Film aufgegriffen und darüber diskutiert werden.

Hier können Sie den umstrittenen Film sehen:

Meldung vom 29.10.2019:

Der Ältestenrat der Stadt Ulm diskutiert heute wieder über den neuen, umstrittenen Ulmer Imagefilm.

Darin ist ein Symbol zu sehen, welches Rechtsextreme nutzen. Über den Film wurde bereits gestern gesprochen und da war man sich zunächst einig, dass das Video geändert werden soll. Das wurde dann aber wieder zurückgenommen, weil die Freien Wähler dagegen waren.

Meldung vom 25.10.2019:

Der neue Imagefilm der Stadt Ulm schlägt hohe Wellen. Im Mittelpunkt der Diskussion steht der Auftritt einer Filmfigur mit einer rechtsextremen Tätowierung auf dem Nacken.

Die Ulmer SPD spricht von einer fatalen Wirkung. Sie fordert die Stadt auf, den Film sofort aus dem Angebot zu nehmen und ihn zu überarbeiten.

OB Gunter Czisch warnt davor, dass wir Zitat: „Gefahr laufen, in einer Empörungsgesellschaft zu leben“. Er fordert dazu auf, sich den Tabuthemen zu stellen. Die Szene rauszunehmen wäre seiner Meinung nach ein Fehler. Besser wäre es, sich der Diskussion zu stellen.

Die Stadt plant auch eine Diskussionsrunde zu dem Thema. Termin und Teilnehmer stehen aber noch nicht fest.

Meldung von heute morgen:

Der neue Kampagnenfilm der Stadt Ulm, der im Rahmen des Projekts „Vielfalt Leben in Ulm in der einen Welt“ entstanden ist, ist jetzt online. Und er sorgt direkt für Empörung.

Wir sehen einen muslimischen Arzt, eine Pfandflaschen-sammelnde Rentnerin, einen fahrradfahrenden Bürgermeister, einen Schachspieler mit Down-Syndrom und eben einen jungen Mann, welcher durchaus dem rechten Spektrum zugeordnet werden kann – vor allem wegen seiner offensichtlichen Tätowierungen. Und da kommt schnell die Frage auf: Will die Stadt hier sagen, dass Rechtsradikale und Nazis zum Stadtbild und der Vielfalt Ulms gehören?

Der Spot soll „die Stärke unserer gesellschaftlichen Diversität als Ulmer Lebensgefühl“ präsentieren. Die Botschaft: „wir sind alle Vielfalt, ob mit oder ohne internationale Wurzeln, gleich welcher Herkunft, Weltanschauung, Religion, Alter, Geschlecht, sexuellen Orientierung, mit und ohne Behinderung – ist dabei unser Selbstverständnis.“

Das ist ja durchaus lobenswert und wichtig. Der Film ist auch sehr gut gemacht. Leider wird die gute Absicht durch ein Symbol im Film überschattet: Der im Clip auftauchende Protagonist mit der „Schwarzen Sonne“ als Tattoo im Nacken sorgt für einen Aufschrei. Es handelt sich dabei eindeutig um ein Nazisymbol.

Schwarze Sonne

Die „Schwarze Sonne“ ist ein wichtiges Erkennungssymbol der rechtsesoterischen bis rechtsextremen Szene. Es sind ist ein Symbol, das aus übereinander gelegten Hakenkreuzen besteht.

Kommentare unter dem Youtube-Video sprechen eine deutliche Sprache, hier einige Beispiele:

  • „Rechtsextreme als Teil einer vielfältigen Gesellschaft. Ernsthaft?!“ 
  • „Ist echt erschreckend, wie ein Faschist als Teil der Vielfalt dargestellt wird, als integraler Bestandteil, zu dem man nett sein muss und den man akzeptieren muss, mit Nazi-Tattoo.“
  • „SS Symbolik bei 0:37 geht‘s eigentlich noch?“
  • „Hier werden Nazisymboliken als Teil einer bunten Gesellschaft präsentiert. Wie können Stadträte und der Oberbürgermeister, Gunter Czisch, einer solchen Produktion zustimmen?“

Sie finden den Film im Youtube Kanal der Stadt Ulm:

Foto: Screenshot / Video: Stadt Ulm

Das könnte Sie auch interessieren:


Tags: