Warnung vor Bettelbanden

Allgemein, Ulm / Neu-Ulm Donnerstag, 7. November - 2019 17:00

Die nahende Adventszeit zieht wieder professionelle Bettelbanden nach Ulm. Polizei und Stadt raten deshalb zu Vorsicht und gesunder Skepsis.

Die organisierten Banden gehen immer nach demselben Muster vor: Gebrechen werden zur Schau gestellt und ein ärmliches Auftreten sollen gezielt Mitleid erregen. Ihr Geld landet dann letztlich nur beim Clanchef.

Das schreibt die Stadt dazu:

Wie schon in den letzten Jahren, warnen Polizeipräsidium Ulm und Stadtverwaltung vor professionellen Bettelbanden, die derzeit wieder in den Ulmer Fußgängerzonen unterwegs sind. Zur Schau gestellte Gebrechen und ein ärmliches Auftreten sollen gezielt Mitleid bei den Passanten erwecken. Gerade in der Adventszeit wird so an die Spendenbereitschaft appelliert. Polizei und Stadt raten jedoch zu Vorsicht und gesunder Skepsis.

Hinter der „Mitleidsmasche“ stecken laut Polizei zumeist organisierte Banden. Das von den Bettlern eingesammelte Geld werde ihnen von Hintermännern regelmäßig wieder abgenommen, die Bettler selbst bekämen dafür meist nur Essen, Trinken und einen Schlafplatz. Das Geld lande bei den Clanchefs. Je „erfolgreicher“ ein Bettler, umso geringer ist seine Chance, aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen.

Neben der Ulmer Polizei schreitet auch die Stadt mit dem Kommunalen Ordnungsdienst gegen die Bettelbanden ein. Sie erteilen Platzverweise, hin und wieder wird auch das erbettelte Geld beschlagnahmt – ein Vorgehen, das zuweilen bei Passanten auf Unverständnis stößt. Rainer Türke von den Bürgerdiensten der Stadt hält dem entgegen: „Von diesen Spenden profitierten die Bettelnden nicht. Im Gegenteil. Man verstärkt durch solche Spenden noch deren Abhängigkeit und unterstützt ein System, das gerade die Ärmsten ausbeutet.“

Wer Gutes tun und gezielt spenden will, dem empfehlen Stadt und Polizei, sich an anerkannte, förderungswürdige Organisationen zu wenden. Wie man diese Organisationen erkennt, darüber informiert das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) unter Telefon 030/839001-0 oder auf der Website www.dzi.de.

Foto: pixabay (Symbolbild)

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