Zum Schulbeginn: starke Polizeikontrollen und Tipps für die Familie

Allgemein, DONAU 3 FM Region, Polizeimeldungen Mittwoch, 4. September - 2019 10:34

Die Sommerferien sind bald rum – viele Kinder sind dann wieder unterwegs zur Schule oder nach Hause. Zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Bus. Autofahrer müssen also jetzt wieder ganz besonders vor – und rücksichtig fahren – und auf die Kleinen Acht geben.

Die Polizei kontrolliert dann nicht nur verstärkt die Fahrräder der Kinder auf ihre Verkehrssicherheit, sondern auch die Elterntaxis und alle anderen Autos. Dabei wird auf Sicherheitsgurte, auch bei den Kids, geachtet, und die Geschwindigkeit im Bereich von Schulwegen genau kontrolliert.

Zum verkehrssicheren Rad gehören nicht nur gute Bremsen, sondern auch ein funktionierendes Licht! Wer gerade jetzt, wo die Tage wieder kürzer werden, bei Dunkelheit zu spät erkannt wird, riskiert sein Leben.

Wichtig ist auch der Fahrradhelm – und zwar auf dem Kopf! Viele Unfälle wären glimpflicher ausgegangen, wenn ein Helm getragen worden wäre. Dabei spielt auch die Vorbildfunktion der Eltern eine große Rolle. Da ist die Sicherheit der Kinder doch wichtiger als Frisur oder Coolness?

Elterntaxis nicht überall erlaubt

Dann gibt es die Elterntaxis, die ihre Kinder genau da aussteigen lassen, wo es für die Kids gefährlich werden kann und es deshalb dort auch überhaupt nicht erlaubt ist. Auch hier sollte die Bequemlichkeit nicht siegen. Auch darauf wird die Polizei besonders achten.

Handys sind ebenso eine nicht zu unterschätzende Gefahr auf dem Schulweg. Im Blindflug, also aufs Handy starrend, sind schon einige Unfälle passiert.

Im vergangenen Jahr sind in Baden-Württemberg 470 Unfälle auf Schulwegen passiert, dabei wurden 79 Kinder und Jugendliche schwer und 393 leicht verletzt.

Zum Schulbeginn gibt es viele gute Tipps für einen sicheren Schulweg. Dazu gehört der Fahrradhelm genauso, wie die helle Kleidung.

Hier die Tipps der Polizei für einen sicheren Schulweg:

  • Eltern sollen gemeinsam mit ihren Kindern bereits vor dem ersten Schultag den gesamten Schulweg gehen. Achten Sie dabei auf markante Stellen wie Ampeln, Kreuzungen oder Zebrastreifen. Am besten üben Sie den Schulweg an einem normalen Werktag unter realistischen Bedingungen. Informieren Sie sich in der Schule oder im Rathaus ihrer Heimatgemeinde über einen Schulwegplan mit empfohlenen Schulwegen. Darin werden Problem- und Gefahrenstellen aufgezeigt und Möglichkeiten, diese zu umgehen.
  • Helle Kleidung und Reflektoren machen die Kinder gerade in der dunklen Jahreszeit besser erkennbar.
  • Erwachsene, die sich selber an die Verkehrsregeln halten und zum Beispiel nur bei Grün über die Straße gehen, tragen wesentlich zur Verkehrserziehung der Neulinge im Straßenverkehr bei. Zeigen Sie ihren Kindern, dass manchmal längere Wartezeiten in Kauf genommen werden müssen um die Straße sicher zu überqueren. Und dass das nicht schlimm ist. Auch ist es wichtig, dass Kinder aufmerksam nach links, nach rechts und wieder nach links schauen bevor sie eine Straße überqueren.
  • Sichern Sie ihr Kind richtig, wenn Sie es im Auto zur Schule fahren. Dazu gehört, dass der richtige Kindersitz verwendet und der Sicherheitsgurt angelegt ist. Ein Kindersitz ist bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, wenn Kinder kleiner als 1,50 m sind, ein Muss. Unterschätzen Sie nicht die Gefahren und Kräfte bei einem Zusammenstoß. Bei einem Aufprall mit Tempo 50 „wiegt“ jeder Insasse kurzzeitig das 30-fache seines Körpergewichts. Ein etwa 30 kg schweres Kind wird ungesichert zum „Geschoss“ von bis zu 900 Kilogramm! Ein  Aufprall mit 15 km/h kann für Kinder bereits tödlich sein. Ohne Kindersitz entspricht ein Aufprall mit 50 km/h einem Sturz aus dem 3. Stock auf Beton.
  • Wildes Parken und Halten vor der Schule durch „Elterntaxis“ versperrt sowohl Autofahrern die Sicht auf Kinder als auch den Kindern die Sicht auf fahrende Autos. Parken Sie nicht auf Geh oder Radwegen und beachten Sie Halteverbote. Lassen Sie ihr Kind an vorgesehenen Parkbuchten zum Gehweg hin aus- und einsteigen.
  • Den Weg zur Schule sollten die Kinder mit einem Fahrrad erst nach bestandener Radfahrausbildung antreten. Die Polizei empfiehlt dringend, einen Fahrradhelm aufzusetzen. Das Rad sollte verkehrssicher ausgestattetet sein. Dazu gehören neben der Beleuchtung auch Schutzbleche, eine Klingel und funktionsfähige Bremsen. Viele Kinder beherrschen zwar das Fahrrad auch ohne Radausbildung, allerdings fehlt es ihnen am notwendigen Gefahrenbewusstsein.
  • Schubsen, raufen, drängeln ist an der Bushaltestelle tabu. Wichtig ist, dass die Kinder einen Abstand zum Fahrbahnrand und dem heranfahrenden Bus einhalten. Nach dem Aussteigen soll die Fahrbahn erst dann überquert werden, wenn der Bus die Haltestelle wieder verlassen hat. Gleiches gilt auch bei Aussteigen aus dem Auto.
  • Auch Autofahrer müssen an Bushaltestellen besonders vorsichtig  sein, wenn dort Kinder warten beziehungsweise ein- oder aussteigen. Hier schreibt die Straßenverkehrsordnung langsames und bremsbereites Fahren vor. Beim Annähern des Busses an die Haltestelle mit Warnblinklicht darf nicht überholt werden. Wenn der Bus mit Warnblinklicht an der Haltestelle steht, darf maximal mit Schrittgeschwindigkeit (in beiden Fahrtrichtungen) vorbeigefahren werden.

 

Weitere Informationen und Tipps zum sicheren Schulweg finden Sie im Internet unter www.gib-acht-im-verkehr.de


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