Das war kein normales Konzert. Das war ein Klassentreffen, ein Heimspiel und ein Stück Ulmer Musikgeschichte auf einmal: Jesus George haben am Freitag, 19. Juni, beim Heimat- und Kulturverein Erbach ihr 30-jähriges Jubiläum gefeiert. Und schon Wochen vorher war klar: Das Ding wird voll. Sehr voll. Das Jubiläumskonzert war lange vor dem Abend komplett ausverkauft.
Am Ende wurde es genau so, wie man sich einen Abend mit Jesus George vorstellt: rammelvoll, laut, eng, schwitzig und voller Energie.
Auf der Bühne standen nicht nur die aktuellen Mitglieder der Band. Auch viele ehemalige Musiker waren beim Jubiläum dabei. Einige von ihnen waren extra aus Berlin angereist, um diesen Abend gemeinsam mit der Band und den Fans zu feiern. Dadurch wurde das Konzert nicht einfach nur ein Rückblick auf 30 Jahre Jesus George. Es war eher ein großes Wiedersehen mit Verstärker, Schlagzeug und jeder Menge Geschichten zwischen den Songs.
Jesus George sind in Ulm längst mehr als eine Rock-Coverband. Sie sind eine echte Ulmer Kultband. Eine von denen, die man nicht groß erklären muss, wenn man sie einmal live gesehen hat. Ihr Sound ist direkt, roh und unverkrampft. Keine glattgebügelte Coverband, die Songs einfach nachspielt. Jesus George nehmen bekannte Nummern, drehen sie durch den eigenen Verstärker und machen daraus ihren Sound.
Zwei Gitarren. Bass. Schlagzeug. Zwei Stimmen. Mehr braucht es manchmal nicht, wenn die Band weiß, was sie tut.
Musikalisch lässt sich Jesus George schwer in eine Schublade stecken. Im eigenen Promotext beschreibt die Band ihren Sound so: Lenny Kravitz lehnt sich an Amy Winehouse, getragen von Kings of Leon, angetrieben von den Red Hot Chili Peppers, gedrückt von The Knack und abgeholt von Iggy Pop.
Klingt wild. Ist es auch. Aber genau das macht den Reiz aus. Ob Beatles, Rolling Stones, Ramones, The Clash oder Pixies: Bei Jesus George klingt das nicht nach Kopie, sondern nach einer Band, die Songs fühlt, denkt und spielt. Oder anders gesagt: Covern ohne Karaoke-Gefühl.
Auch der Bandname hat Geschichte. „Jesus George“ ist inspiriert von einem Ausruf von Michael J. Fox aus „Zurück in die Zukunft“. Ein Name, der hängen bleibt. Genau wie diese Band. Aus einem spontanen Weihnachtsprojekt ist eine feste Größe der Ulmer Live-Szene geworden. Und nach 30 Jahren wirkt Jesus George nicht wie eine Band, die nostalgisch auf alte Zeiten zurückschaut. Eher wie eine, die immer noch richtig Bock hat.
Wer in Ulm über Jesus George spricht, landet früher oder später beim Schwörmontag. Der Auftritt rund um den Ulmer Feiertag gehört für viele inzwischen fest dazu. Jesus George und Schwörmontag – das ist mittlerweile fast so selbstverständlich wie Nabada, volle Gassen und ein kühles Getränk in der Hand. Die Band ist aus diesem Ulmer Gefühl kaum noch wegzudenken.
Das Konzert in Erbach war der große Geburtstag. Gefeiert wird 2026 aber weiter. Jesus George spielen im Jubiläumsjahr noch mehrere Termine in der Region:
Aktuelle Infos zu den Auftritten gibt es direkt bei Jesus George.