Große Jubiläumsfeier: 80 Jahre Ulmer Volkshochschule - Ein Erbe aus Mut und Demokratie

von der Weißen Rose zur Kult-Institution

Die Ulmer Volkshochschule feiert in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen! Was heute eine moderne Bildungseinrichtung ist, begann 1946 als mutiges Projekt von Inge Aicher-Scholl, um das Vermächtnis ihrer in der NS-Diktatur hingerichteten Geschwister Hans und Sophie Scholl weiterzutragen. Wir blicken auf das große Jubiläumsjahr und die bewegte Geschichte einer sehr besonderen Volkshochschule, die in Deutschland auf ihre Art schlichtweg einmalig ist.

 

Ulm im Jahr 1946: Inmitten der Trümmer des Zweiten Weltkriegs gründet Inge Aicher-Scholl die Ulmer Volkshochschule. Ihr Ziel ist weit mehr als reine Wissensvermittlung: Sie will demokratische Bildung für alle als Antwort auf die NS-Diktatur etablieren. Als Schwester von Hans und Sophie Scholl, den Kernfiguren der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“, sieht sie es als ihre Lebensaufgabe, deren Einsatz für Freiheit und Zivilcourage in die Köpfe und Herzen der Menschen in Ulm zu tragen.

Bis heute ist das EinsteinHaus, wie das Gebäude der vh ulm am Ulmer Kornhausplatz genannt wird, untrennbar mit diesem Erbe verbunden, was unter anderem die Dauerausstellung „DenkStätte Weiße Rose“ im Foyer eindrucksvoll dokumentiert.

Ausstellung über 80 Jahre Stadtgeschichte

Zum Auftakt des Jubiläumsjahres präsentiert die Bildungsstätte die Ausstellung „wirkung – 80 Jahre vh ulm“. Die Vernissage findet am Freitag, den 24. April 2026, um 18:00 Uhr im EinsteinHaus (2. OG) statt.

Die Ausstellung zeigt auf großformatigen Tafeln, wie die Volkshochschule die Stadt Ulm über acht Jahrzehnte geprägt hat. Besonders spannend: Über Telefone können Besucher Geschichten und Stimmen von Zeitzeugen hören. Es ist eine Einladung, in die eigene Stadtgeschichte einzutauchen – von den Anfängen der Nachkriegszeit bis hin zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen.

Großer Festakt im Juni

Der feierliche Höhepunkt des Jubiläums folgt am Freitag, den 12. Juni 2026. Im Ulmer Kornhaus findet ab 17:30 Uhr der zentrale Festakt statt. Als prominenter Gast wird Sebastian Krumbiegel (Sänger der Band „Die Prinzen“) aus Leipzig anreisen. Krumbiegel, der sich selbst seit Jahren für Demokratie und gegen Rechtsextremismus stark macht, passt perfekt zum historischen Leitbild der vh ulm.

Nach den offiziellen Reden, unter anderem von Ulms Oberbürgermeister Martin Ansbacher, wird das Jubiläum im EinsteinHaus zur Party. Bei Musik von DJ Samuel Rettig und der Möglichkeit eines direkten Austauschs mit Zeitzeugen wird gefeiert, was Inge Aicher-Scholl vor 80 Jahren auf den Weg gebracht hat - und worauf die gesamte Ulmer Stadtgesellschaft bis heute zurecht stolz sein kann.

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