Kurz vor sieben Uhr morgens war ein 35-jährige Fahrer mit seinem Sattelzug Richtung München unterwegs. Kurz vor dem Kreuz Ulm/Elchingen musste er stark abbremsen. Fahrzeuge vor ihm hatten den Verkehr abrupt verlangsamt. Durch die Bremsung geriet die schwere Ladung im Sattelauflieger in Bewegung. Sie bestand aus Maschinenteilen. Zwei davon wogen jeweils rund fünf Tonnen. Die gesamte Ladung wog elf Tonnen. Die Wucht des Aufpralls war enorm. Die Stirnwand des Aufliegers hielt dem Druck nicht stand. Sie wurde herausgerissen und gegen die Zugmaschine gedrückt. Der Lkw war dadurch nicht mehr fahrbereit. Die Feuerwehr Elchingen musste aus einem beschädigten Tank auslaufendes AdBlue auffangen.
Die Ursache für den Vorfall war schnell klar. Die Ladung war völlig unzureichend gesichert. Stefan Hölldobler, Inhaber des Bergungsdienstes, war vor Ort. Er schilderte die Situation. „Ich denke, vielleicht liegt es ein bisschen an der Ladungssicherung“, so Hölldobler. Es wurden nur einige Gurte verwendet. Diese rissen bei der starken Bremsung. Entscheidende Sicherungselemente fehlten komplett. Antirutschmatten waren nicht vorhanden. Auch Ketten für die schweren Maschinenteile fehlten. Solche Mängel sieht Hölldobler selten. „Wie wichtig ist denn Ladungssicherung? Sehr wichtig“, betonte er. Normalerweise werde die Ladungssicherung streng kontrolliert.
Die Bergung der schweren Maschinenteile gestaltete sich schwierig. Ein Mobilkran musste die tonnenschweren Teile anheben. Sie wurden anschließend auf dem beschädigten Auflieger neu positioniert. Diesmal erfolgte die Sicherung nach allen Regeln. Es wurden Antirutschmatten untergelegt. Starke Langhebel-Zurrgurte und Ketten kamen zum Einsatz. So konnte ein erneutes Verrutschen verhindert werden. Der beschädigte Sattelauflieger wurde dann vorsichtig abgeschleppt. Man entschied sich gegen ein Umladen vor Ort. Das hätte die Sperrung der Autobahn verlängert.
Die Autobahn war ab der Anschlussstelle Ulm-Ost gesperrt. Der Verkehr staute sich vor der Ausleitung auf einer Länge von neun Kilometern. Auch die Umleitungsstrecke war überlastet. Autofahrer mussten mit erheblichen Verzögerungen rechnen. Navigationsgeräte zeigten einen Zeitverlust von rund zwei Stunden an. Gegen 11 Uhr war die Autobahn wieder frei.
Die Ermittlungen zur genauen Unfallursache durch die Autobahnpolizei Günzburg dauern an. Den Fahrer und das Transportunternehmen erwartet ein Bußgeld. Die Höhe ist noch nicht bekannt. Der Sachschaden ist erheblich. Er wird auf mehrere zehntausend Euro geschätzt. Die aufwändige Bergung dauerte bis gegen elf Uhr mittags. Der Verkehr normalisierte sich erst am frühen Nachmittag wieder vollständig.