Der Berufsverkehr in Richtung München rollte, als der Unfall gegen 6.45 Uhr geschah. Ein 27-Jähriger war mit seinem Mercedes AMG auf der linken Spur unterwegs. Vor ihm fuhr ein 25-Jähriger in einem Dacia. Laut Polizeiangaben bedrängte der Mercedes-Fahrer den Dacia massiv. Er fuhr dicht auf und betätigte mehrfach die Lichthupe. Damit wollte er den Vorausfahrenden zum Spurwechsel zwingen. Doch der mittlere Fahrstreifen war durch andere Fahrzeuge blockiert. Der Dacia-Fahrer konnte daher nicht ausweichen.
Der Konflikt eskalierte kurz darauf. Vermutlich bei dem Versuch, den Dacia links zu überholen, kam es zu einem seitlichen Zusammenstoß. Der Mercedes geriet außer Kontrolle und touchierte zunächst die Betongleitwand. Anschließend schleuderte der Wagen zurück auf die Fahrbahn. Dort kollidierte er mit einem VW Tiguan auf der mittleren Spur. Am Steuer des VW saß ein 58-jähriger Mann. Die Wucht des Aufpralls war enorm.
Für den VW-Fahrer folgten schreckliche Sekunden. Sein Fahrzeug wurde durch die Kollision unkontrollierbar. Es schleuderte quer über alle Fahrspuren nach rechts. Direkt an der beginnenden Ausfahrt Merklingen prallte der Tiguan gegen eine Schutzplanke. Die linke Seite des Autos geriet dabei auf die aufsteigende Leitplanke. Für einen kurzen Moment hing das Fahrzeug oben auf der Planke. Dann stürzte es wieder auf die Fahrbahn zurück. Die Schleuderspuren aller drei Autos zeugten von den hohen Geschwindigkeiten.
Ein Rettungswagen war schnell vor Ort, doch alle Beteiligten hatten Glück im Unglück. Nach einer Untersuchung stand fest: Niemand wurde verletzt. An allen drei Fahrzeugen entstand Totalschaden. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf rund 90 000 Euro.
Die Verkehrspolizei Mühlhausen hat die Ermittlungen aufgenommen. Dabei ergab sich für die Beamten ein schwerwiegender Verdacht. Der 27-jährige Unfallverursacher stand mutmaßlich unter Drogeneinfluss. Die Staatsanwaltschaft ordnete daraufhin eine Blutprobe an. Gegen den Mann wird nun wegen des Verdachts der Straßenverkehrsgefährdung ermittelt.
Für Pendler hatte der Unfall massive Auswirkungen. Der Verkehr konnte nur noch auf dem rechten Fahrstreifen an der Unfallstelle vorbeifahren. Es bildete sich ein Stau von über acht Kilometern Länge. Die Autobahnmeisterei sperrte die linke und mittlere Spur. Abschleppdienste mussten die drei Wracks bergen. Erst gegen 9.30 Uhr war die Fahrbahn wieder vollständig geräumt und frei befahrbar.