Ein schwerer LKW-Unfall hat in der Nacht zum Montag die Autobahn 8 lahmgelegt. Nahe dem Parkplatz Widderstall krachten drei Lastwagen ineinander. Zwei Fahrer erlitten schwere Verletzungen. Einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Die Autobahn war in Richtung Stuttgart für Stunden voll gesperrt.
Es geschah um kurz vor drei Uhr nachts. Wegen eines Pannenfahrzeugs hatte sich ein Stau gebildet. Ein Lastwagen hielt rechtzeitig auf der rechten Spur an. Der Fahrer eines zweiten LKW stoppte direkt dahinter. Doch der Fahrer eines dritten Lastwagen bemerkte die Situation offenbar zu spät. „Der Dritte hat das Stauende übersehen und fuhr hinten auf“, so Polizeisprecher Daniel Frischmann.
Aus noch ungeklärter Ursache raste sein Laster ungebremst in das Stauende. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der mittlere LKW auf den vordersten geschoben. Die Fahrerhäuser der beiden hinteren Fahrzeuge wurden massiv zerstört. Für die Rettungskräfte bot sich ein Bild der Verwüstung. „Bei dem Eintreffen war es so, dass zwei LKW einen Auffahrunfall hatten“, berichtet Timo Ruhland, Kommandant der Feuerwehr Merklingen.
Besonders dramatisch gestaltete sich die Rettung des eingeklemmten Fahrers im hintersten LKW. „Der hintere Fahrer war schwer eingeklemmt und musste aufwändig mit technischer Rettung befreit werden“, so Ruhland. Die Feuerwehr musste schweres Gerät einsetzen. „Wir mussten mit zwei Seilwinden von zwei Fahrzeugen arbeiten, dass man die verkeilten Lkw voneinander lösen konnte.“ Die Rettung dauerte eine Dreiviertelstunde.
Die Arbeit der Retter wurde durch eine blockierte Rettungsgasse erschwert. Auf der eigentlich dreispurigen Autobahn war kaum ein Durchkommen. „Die Rettungsgasse war ziemlich zu“, beklagt Ruhland. „Die Lkws haben die zwei rechten Spuren schon blockiert und links war es dann im späteren Einsatzverlauf auch so, dass die linke Spur auch zu war.“
Glück im Unglück hatte der Fahrer des vordersten Lasters. Er konnte seine Fahrt später fortsetzen. Einer der LKW hatte Gefahrgut geladen, glücklicherweise war der Auflieger leer. Die aufwändigen Bergungs- und Reinigungsarbeiten zogen sich über Stunden hin. Viel Öl war ausgelaufen. Die Autobahnmeisterei musste die Fahrbahn mit einer speziellen Kehrmaschine reinigen. Zwei Abschleppwagen waren im Einsatz, um die zerstörten LKW zu bergen. Die Polizei hat die Ermittlungen zur genauen Unfallursache und zur Schadenshöhe aufgenommen.