Wie im Bauausschuss bekannt wurde, kann das geplante Ersatzgerüst über die Gleise nicht rechtzeitig gebaut werden. Stattdessen muss der Steg nun notdürftig saniert werden – und zwar so, dass er bis zum geplanten Neubau Ende 2030 weiter genutzt werden kann.
Der ursprünglich 2002 errichtete Steg gilt schon seit Jahren als stark sanierungsbedürftig. Nach langen Verhandlungen zwischen Stadt und Bahn war eigentlich klar: Die Stadt Biberach finanziert den Abriss, die Deutsche Bahn übernimmt die Kosten für ein temporäres Provisorium und den späteren Neubau. Doch Ende Juli kam die überraschende Wendung: Die Bahn teilte mit, dass die Genehmigung für das temporäre Gerüst mehrere Jahre dauert – und somit keine rechtzeitige Zwischenlösung bereitsteht. Ein Abriss zum Jahresende hätte bedeutet, dass es keine Verbindung mehr zwischen Gleis 1 und 2 gibt – mit deutlichen Folgen für Schüler und Beschäftigte der umliegenden Firmen.
Um die Verbindung aufrechtzuerhalten, beschloss die Stadt eine „umgehende Notinstandsetzung“. Gleichzeitig werden die beiden Aufzugstürme abgerissen. Aufgrund der Dringlichkeit erfolgte die Auftragsvergabe per Eilentscheidung durch den Ersten Bürgermeister Ralf Miller, der den Oberbürgermeister vertrat. Den Auftrag erhielt die DB Bahnbaugruppe GmbH – zum Preis von rund 340.000 Euro. Finanziell bleibt die Stadt dabei weitgehend unberührt: Da sie die Kosten der Sanierung trägt, übernimmt die Bahn im Gegenzug die Kosten für den späteren Abriss.
Die Arbeiten sollen vom 14. November bis 5. Dezember stattfinden. Die Aufzüge werden in zwei Nächten – am 21. und 25. November – jeweils zwischen 22 und 5 Uhr abgebaut. In diesen Nächten sind die Zugstrecke, der Bahnhalt und die angrenzenden Wege vollständig gesperrt. Ansonsten bleibt der Haltepunkt während der Bauphase erreichbar. Nach Abschluss der Arbeiten können die Bahnsteige weiterhin barrierefrei erreicht werden. Allerdings gibt es keine direkte barrierefreie Verbindung mehr zwischen Gleis 1 und 2. Als nächstgelegene Alternative steht der Bahnübergang in der Hans-Liebherr-Straße zur Verfügung – rund 400 Meter entfernt.
Bis zur Fertigstellung des neuen Fußgängerstegs müssen die Fahrgäste also noch Geduld haben. Der Neubau ist nach aktuellem Stand erst für Ende 2030 vorgesehen. Bis dahin soll das provisorisch sanierte Bauwerk die sichere Verbindung zwischen den Bahnsteigen gewährleisten.