Nach 25 Jahren im Landtag von Baden-Württemberg ist Schluss für den Ulmer SPD-Politiker Martin Rivoir. Am 30. April endet sein Mandat – und damit eine der prägenden politischen Karrieren aus der Region.
Der 65-Jährige war über Jahrzehnte eine feste Größe in der Landespolitik. Dabei galt Rivoir nie als klassischer Fachpolitiker, sondern eher als Antreiber: gut vernetzt, hartnäckig und oft an mehreren Themen gleichzeitig dran. Ob Stuttgart 21, der Ausbau der Wissenschaftsstadt Ulm oder Infrastrukturprojekte in der Region – Rivoir mischte auf vielen Feldern mit und suchte gezielt den Kontakt zu Entscheidern.
Sein Stil: Netzwerken, überzeugen, Druck machen. Nicht alles, was er angestoßen hat, wurde am Ende auch umgesetzt. Einige Projekte scheiterten, andere sind bis heute offen – etwa der barrierefreie Umbau des Ulmer Hauptbahnhofs. Auch politisch musste Rivoir Rückschläge hinnehmen, etwa bei seiner Kandidatur für das Amt des Ulmer Oberbürgermeisters im Jahr 2015. Damals setzte sich Gunter Czisch bereits im ersten Wahlgang durch.
Trotzdem bleibt sein Einfluss auf die Region unbestritten. Viele Entwicklungen – vor allem in den Bereichen Infrastruktur und Wissenschaft – hat er mit angestoßen oder begleitet. Auch kulturpolitisch setzte er Impulse, etwa mit Blick auf die geplante Gedenkstätte zur „Weißen Rose“ an der Martin-Luther-Kirche in Ulm.
Ganz raus ist Martin Rivoir aber nicht: In der Kommunalpolitik bleibt er aktiv. Seit 1989 sitzt er im Ulmer Gemeinderat, aktuell als SPD-Fraktionsvorsitzender. Mit dem Ausscheiden aus dem Landtag dürfte er sich künftig noch stärker auf die lokale Politik konzentrieren.
Heißt: Auch nach dem Ende seiner Zeit in Stuttgart wird man in Ulm politisch weiter von ihm hören.