Abschied von einem Ulmer Wahrzeichen: Abt schließt!

Nach über 140 Jahren

Das traditionsreiche Ulmer Kaufhaus Abt schließt! Das meldet der Handelskonzern Müller, der das Kaufhaus 2017 übernommen und vom Münsterplatz in die Hirschstraße verlegt hatte. Mitte Januar schließt Abt seine Türen demnach für immer.

Für die Bürgerinnen und Bürger von Ulm ist es ein Schock: Das traditionsreiche Kaufhaus Abt wird nach über 140 Jahren seine Tore schließen. Der Ulmer Handelskonzern Müller, der das Kaufhaus 2017 übernommen und vom Münsterplatz in die Hirschstraße verlegt hatte, kündigte an, sich künftig stärker auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren. Daher endet die Ära des Kaufhauses Abt im Januar 2026 – für immer.

Müller: Wirtschaftliche Notwendigkeit

Trotz der tiefen Verwurzelung des Hauses Abt in der Ulmer Gemeinschaft und seiner Rolle als wichtiger Anbieter hochwertiger Haushaltswaren und Lifestyle-Produkte, wird das eigenständige Kaufhauskonzept offenbar als nicht mehr tragfähig erachtet. Im Rahmen einer nachhaltigen, zukunftsorientierten Unternehmensstrategie beschloss Geschäftsführer Erwin Müller – für viele überraschend – die Schließung. Der Konzern plant, seine erfolgreiche Haushaltswarenlinie innerhalb des Müller-Markenhauses – ebenfalls in der Ulmer Hirschstraße – weiter auszubauen.

Nach über 140 Jahren: emotionaler Abschied

„Mit der Schließung verabschieden wir uns von einem besonderen Stück Handelsgeschichte“, erklärt Geschäftsführer Erwin Müller. Er würdigt besonders die Mitarbeitenden und die treuen Kunden, die dem Haus Abt über viele Jahrzehnte Leben eingehaucht haben. Müller verspricht, individuelle Lösungen für die betroffenen Beschäftigten zu finden und sichert der Ulmer Gesellschaft zu, einen geeigneten Nachmieter oder Käufer zu suchen, um die Tradition des Standorts und dessen Beitrag zur Vielfalt der Innenstadt fortzusetzen.

Müller: Akteur in der Region und Europa

Der Handelskonzern Müller ist mit derzeit 13 Filialen fest in Ulm und der Region verwurzelt und beschäftigt dort rund 6.000 Mitarbeitende. Europaweit ist das Unternehmen mit über 950 Filialen in neun Ländern vertreten und beschäftigt insgesamt rund 35.500 Mitarbeitende. Davon sind rund 850 Auszubildende.

Im Bereich Haushaltswaren erzielte Müller im Geschäftsjahr 2022/2023 einen Umsatz von 119,6 Millionen Euro, der im folgenden Jahr um rund 9 Prozent auf 130,5 Millionen Euro stieg. Der Konzern bietet in seinen Filialen eine beeindruckende Vielfalt an rund 190.000 Artikeln, die Drogerie, Parfümerie, Spielwaren, Schreibwaren, Haushalt & Ambiente, Naturkosmetik, Bio-Nahrung und mehr umfassen.

Das könnte Dich auch interessieren

31.07.2025 Ulmer Handelskonzern Müller automatisiert Logistikstandort Ulm Der schwäbische Handelsriese Müller geht einen großen Schritt in Richtung Digitalisierung und Automatisierung seiner Logistikprozesse. Für seinen zentralen Standort in Ulm hat das Unternehmen Element Logic, den weltweit führenden AutoStore-Distributor, mit der Planung und Installation einer hochmodernen AutoStore-Anlage beauftragt. Hochmoderne AutoStore-Anlage Die neue Anlage soll die Kommissionierung und Konsolidierung von Artikeln aus verschiedenen Lagern deutlich 03.02.2026 Ulmer Rüstungsunternehmen Hensoldt liefert weitere Luftverteidigungsradare an europäische Länder Das Ulmer Rüstungsunternehmen Hensoldt hat einen Auftrag über mehr als 100 Millionen Euro zur Lieferung weiterer Radare zur Luftverteidigung erhalten. Die Bestellung kommt von Diehl Defence aus Überlingen und richtet sich an europäische Länder im Rahmen der European Sky Shield Initiative (ESSI). Hochleistungsradare vom Typ TRML‑4D Die Hochleistungsradare vom Typ TRML‑4D erfassen Raketen, Drohnen und Flugzeuge. Laut 13.01.2026 Ulmer McDonald’s-Urgestein Gerhard Schmid geht nach 49 Jahren in den Ruhestand Fast ein halbes Jahrhundert lang prägte Gerhard Schmid die McDonald’s-Landschaft in der Region Ulm und Neu-Ulm. Nach 49 Jahren als Franchisenehmer verabschiedet sich der dienstälteste McDonald’s-Betreiber Deutschlands nun in den Ruhestand. Schmid führte zuletzt acht Filialen von Ulm über Neu-Ulm und Illertissen bis nach Dornstadt, Langenau, Senden und Vöhringen. In seinen Restaurants arbeiteten zeitweise bis 08.12.2025 Insolvenz in Ulm: Traditions-Holzbau-Unternehmen Mocopinus meldet Pleite an Die Insolvenzwelle in Deutschland erreicht Ulm: Die 160 Jahre alte Mocopinus GmbH & Co. KG, Spezialist für hochwertige Holzfassaden, Terrassen und Innenausbau, hat Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Das teilte das Unternehmen am Freitag mit, wie die Bild berichtet. Gründe für die Pleite sind rückläufige Bauprojekte, gestiegene Material- und Energiekosten sowie fehlende Rohstoffe wie sibirische Lärche,