Adele Neuhauser, Maria Furtwängler und ein großer Abschied: Das sind die Biberacher Filmfestspiele 2026

Vorhang auf...

Die Biberacher Filmfestspiele bringen Ende Oktober wieder jede Menge Prominenz in die Region. Adele Neuhauser bekommt den Ehrenbiber, Maria Furtwängler wird erwartet und mehr als 130 Filmschaffende sind angekündigt. Neben rund 60 Filmen und einer Weltpremiere gibt es allerdings auch einen Wermutstropfen: Für den künstlerischen Leiter Douglas Wolfsperger ist es die letzte Festivalausgabe.

Biberach wird wieder zum Treffpunkt der deutschen Filmszene! Vom 28. Oktober bis zum 1. November gehen die Biberacher Filmfestspiele in die 48. Runde. Rund 60 deutschsprachige Filme, viele bekannte Schauspieler, spannende Premieren und jede Menge Gespräche mit den Menschen hinter der Kamera stehen auf dem Programm.

Zwei Tatort-Stars in Biberach: Adele Neuhauser und Maria Furtwängler

Gleich zwei bekannte Tatort-Gesichter stehen in diesem Jahr im Mittelpunkt. Die österreichische Schauspielerin Adele Neuhauser, bekannt als Ermittlerin Bibi Fellner aus dem Wiener Tatort, wird mit dem Ehrenbiber ausgezeichnet. Schon 2024 begeisterte sie das Biberacher Publikum mit ihrem Film „Ungeschminkt“, der damals den Publikumspreis gewann.

Auch Maria Furtwängler, die Millionen Fernsehzuschauer als Hannoveraner Tatort-Kommissarin Charlotte Lindholm kennen, wird in Biberach erwartet. Gemeinsam mit Adele Neuhauser ist sie im Fernsehfilm „Glückspilze isst man nicht“ zu sehen. Neuhauser ist außerdem in „Wenn das Licht gefriert“ und im Rahmen eines Specials in „Überleben in Brandenburg“ auf der Leinwand vertreten. Weitere angekündigte Gäste sind unter anderem Philipp Hochmair, Petra Schmidt-Schaller, Henriette Confurius und Andreas Pietschmann.

Rund 60 Filme und eine Weltpremiere

Los geht es am Mittwoch, 28. Oktober, um 19.30 Uhr in der Stadthalle Biberach. Eröffnungsfilm ist die Komödie „Lieblingsmenschen“ von Helena Hufnagel. Darin treffen eine 101-jährige Frau und ein 31-jähriger Geflüchteter aufeinander und gründen eine ziemlich ungewöhnliche Wohngemeinschaft. In den Hauptrollen sind Katharina Thalbach und Bardo Böhlefeld zu sehen.

Auch Krimifans kommen auf ihre Kosten. Neben dem „Tatort – Zwischenwelten“ feiert der Fernsehfilm „Der Geier – Blut und Zweifel“ mit Philipp Hochmair seine Weltpremiere in Biberach. Dazu kommen zahlreiche Dokumentarfilme, sechs Debütfilme, sechs mittellange Filme und insgesamt 26 Kurzfilme, die in vier Blöcken gezeigt werden. Hauptspielort ist wieder das Cineplex-Kino in der Biberacher Innenstadt.

Geschichten von Familie, Vergangenheit und Neuanfang

Ein Schwerpunkt des diesjährigen Programms sind Geschichten über Familiengeheimnisse, persönliche Krisen und Neuanfänge. Dazu gehört auch „Frieda – Kalter Krieg“ von Autor und Regisseur Felix Hassenfratz mit Julia Jentsch in einer der Hauptrollen. Die bekannte Schauspielerin feierte mit „Sophie Scholl – Die letzten Tage“ ihren internationalen Durchbruch und spielte unter anderem im Kinohit „Die fetten Jahre sind vorbei“ und in der erfolgreichen Krimiserie „Der Pass“.

„Frieda“ erzählt von einem Mädchen, das 1984 in der süddeutschen Provinz mit einem verdrängten Familiengeheimnis konfrontiert wird. Für Regisseur Felix Hassenfratz ist es eine Rückkehr an einen vertrauten Ort: Bereits 2018 gewann er mit seinem Kinodebüt „Verlorene“ den Debüt-Biber. Ein Jahr später saß er selbst in der Biberacher Jury.

Auch „Eurotrash“ von Frauke Finsterwalder beschäftigt sich mit einer schwierigen Familiengeschichte. In der Verfilmung des Romans von Christian Kracht begibt sich ein Schriftsteller gemeinsam mit seiner todkranken Mutter auf einen ebenso absurden wie schmerzhaften Roadtrip durch die Schweiz.

Nachwuchstag, Tickets und große Abschlussgala

Schon vor dem offiziellen Festivalstart gibt es am Sonntag, 25. Oktober, einen Nachwuchstag. Wer selbst einmal vor oder hinter der Kamera arbeiten möchte, bekommt bei Workshops zu Schauspiel, Kamera, Schnitt und Drehbuch Einblicke in die Filmbranche. Auch das Rahmenprogramm wird erweitert. Geplant sind unter anderem Gespräche über Drehbücher, Casting und unabhängige Filmproduktionen. Natürlich darf auch die Filmfestparty am Freitagabend im Hotel Kapuzinerhof nicht fehlen.

Am Sonntag, 1. November, endet das Festival um 19 Uhr mit der großen Preisverleihung in der Stadthalle. Insgesamt werden acht Preise im Gesamtwert von 27.000 Euro vergeben.

Das vollständige Programm gibt es auf Website der Biberacher Filmfestspiele. Der Ticketverkauf startet am 24. Oktober.

Ein echter Wermutstropfen: Die Ära Douglas Wolfsperger geht zu Ende

Bei all den erfreulichen Nachrichten gibt es allerdings auch einen echten Wermutstropfen: Die diesjährigen Filmfestspiele werden die letzten unter der künstlerischen Leitung von Douglas Wolfsperger sein. Sein Vertrag endet zum 31. Dezember 2026. Damit geht nach drei Jahren eine Zeit zu Ende, in der er gemeinsam mit dem neu aufgestellten Vereinsvorstand und mit viel Herzblut das traditionsreiche Festival eindrucksvoll wiederbelebt und zu neuer Strahlkraft geführt hat.

Der Neustart 2024 war ein großer Erfolg. Rund 8.000 Zuschauer kamen im ersten Jahr unter Wolfspergers künstlerischer Leitung nach Biberach, 2025 waren es bereits mehr als 8.500. Wolfsperger holte zahlreiche bekannte Schauspieler und Regisseure nach Biberach, entwickelte das Programm weiter und rückte das Herzstück der Filmfestspiele wieder stärker in den Mittelpunkt: die persönliche Begegnung zwischen Publikum und Filmschaffenden. Damit knüpfte das Festival wieder an jene Tradition an, für die es seit der Gründerzeit um Filmfest-Urgestein Adrian Kutter bekannt ist: das „Familienfest der deutschen Filmemacher“. Ein Ort, an dem sich bekannte Stars, Nachwuchstalente und Filmfans auf Augenhöhe begegnen.

Dabei verbindet Wolfsperger selbst eine lange Geschichte mit Biberach. Schon bevor er die künstlerische Leitung übernahm, war er regelmäßig zu Gast und gewann gleich dreimal einen der begehrten Biber: 2005 mit „War’n Sie schon mal in mich verliebt?“, 2014 mit „Wiedersehen mit Brundibar“ und 2018 mit „Scala Adieu – Von Windeln verweht“.

Umso bedauerlicher ist es, dass diese erfolgreiche Zusammenarbeit nun endet. Wolfsperger hinterlässt ein Festival, das nach schwierigen Jahren wieder an Strahlkraft gewonnen hat und an seine frühere Bedeutung in der deutschen Filmszene anknüpfen konnte.

Der Verein um die 1. Vorsitzende Carolin Bock bedankt sich ausdrücklich für seinen besonderen Einsatz und führt bereits erste Gespräche über seine Nachfolge. Ab 2027 soll eine neue Persönlichkeit aus der Filmbranche die künstlerische Leitung übernehmen. Wer das sein wird, steht noch nicht fest.

Adele Neuhauser, Maria Furtwängler und ein großer Abschied

Wir haben mit Intendant Douglas Wolfsperger und der 1. Vorsitzenden Carolin Bock über die 48. Biberacher Filmfestspiele gesprochen.

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