Gundremmingen soll künftig eine wichtige Rolle bei der Erforschung der Kernfusion in Deutschland spielen. Der Standort im Landkreis Günzburg ist an zwei von insgesamt drei neuen bundesweiten Kompetenzzentren beteiligt. Das haben das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt sowie die beteiligten Bundesländer bekannt gegeben.
In den sogenannten Fusions-Hubs arbeiten Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam an Technologien, die eines Tages für den Bau und Betrieb von Fusionskraftwerken gebraucht werden könnten. Die Günzburger Landtagsabgeordnete Jenny Schack sieht in der Entscheidung eine Stärkung des bisherigen Energiestandorts Gundremmingen.
Gundremmingen wird Teil eines Kompetenzzentrums für Magnetfusion. Geleitet wird das Projekt von den Unternehmen Proxima Fusion und Gauss Fusion sowie dem Max-Planck-Institut für Plasmaphysik.
Bei der Magnetfusion wird extrem heißes Plasma mithilfe starker Magnetfelder eingeschlossen. Die Technik gilt als einer der möglichen Wege, um Energie durch Kernfusion nutzbar zu machen.
Nach Angaben des bayerischen Wissenschaftsministers Markus Blume haben Garching und Gundremmingen gemeinsam den Zuschlag für den nationalen Magnetfusions-Hub bekommen. Während in Garching mit „Alpha“ zunächst eine Demonstrationsanlage entstehen soll, ist Gundremmingen laut Schack langfristig als Standort für ein kommerzielles Fusionskraftwerk vorgesehen. Außerdem sollen dort weitere Forschungs-, Entwicklungs- und Industriekapazitäten aufgebaut werden.
Darüber hinaus ist Gundremmingen an einem weiteren Fusions-Hub beteiligt. Unter Leitung des Karlsruher Instituts für Technologie geht es dort um neue Materialien und den künftigen Brennstoffkreislauf für Fusionskraftwerke.
Beides ist entscheidend, damit solche Anlagen später dauerhaft und sicher betrieben werden könnten. Das Karlsruher Institut für Technologie will sich im Rahmen des Projekts auch direkt am Standort Gundremmingen beteiligen. Wann Kernfusion tatsächlich in großem Maßstab zur Energieversorgung beitragen kann, ist bislang allerdings offen.
Landrat Hans Reichhart begrüßt die Beteiligung Gundremmingens an gleich zwei Kompetenzzentren. Für den Landkreis sei die Entscheidung eine Chance, den Standort in den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Technologie weiterzuentwickeln. Auch Jenny Schack spricht von einem Zukunftsprojekt, das Gundremmingen als Energie- und Technologiestandort stärken könne. Sie stehe dazu nach eigenen Angaben in engem Austausch mit Wissenschaftsminister Markus Blume. Wie hoch die Förderung ausfällt und wann die angekündigten Anlagen und Forschungseinrichtungen konkret entstehen sollen, wurde zunächst nicht mitgeteilt.