Alb-Donau Klinikum warnt vor Folgen von Sparpaket

Die Tür bleibt symbolisch zu

Der Alb-Donau-Kreis und das Alb-Donau Klinikum warnen vor möglichen Folgen des geplanten Krankenkassen-Sparpakets des Bundes. Und haben Aktionen geplant.

Hintergrund ist das geplante Beitragsgesetz für die Gesetzliche Krankenversicherung. Aus Sicht von Landkreis und Klinikum könnte es die finanzielle Lage der Krankenhäuser weiter verschärfen.

Am Freitag, 12. Juni 2026, beteiligt sich das Alb-Donau Klinikum deshalb an einem landesweiten Aktionstag der Krankenhäuser in Baden-Württemberg. Unter dem Motto „Kein Geld. Keine Versorgung. Wir sind für Sie da. Solange wir noch können“ wollen die Kliniken auf ihre wirtschaftliche Lage aufmerksam machen.

Haupteingang in Ehingen wird symbolisch geschlossen

Am Klinikstandort Ehingen wird dafür von 10 bis 12 Uhr symbolisch der Haupteingang geschlossen. Der Klinikbetrieb läuft nach Angaben des Alb-Donau-Kreises weiter. Patienten werden während der Aktion zu einem Nebeneingang geleitet.

Nach Angaben des Alb-Donau-Kreises bekommen Krankenhäuser weniger Geld für ihre Leistungen, während gleichzeitig die Kosten steigen. Weil Bund und Land die Kliniken nicht ausreichend finanzierten, müssten am Ende kommunale Träger wie der Alb-Donau-Kreis einspringen.

Dieses Geld fehle dann an anderer Stelle, etwa bei Schulen, Straßen, ÖPNV, Schwimmbädern oder sozialen Angeboten, so Landrat Heiner Scheffold. Wenn das Gesetz wie geplant komme, müsse jeder Klinikträger prüfen, welche Standorte, Abteilungen oder Leistungen noch gehalten werden könnten. Besonders unterfinanzierte Bereiche wie Notaufnahmen, Kinderheilkunde oder Geburtshilfe könnten demnach unter Druck geraten.

Kliniken schreiben rote Zahlen

Laut Mitteilung des Landratsamts schreiben bereits heute 73 Prozent der Kliniken in Baden-Württemberg rote Zahlen. Das Defizit aller Klinikträger im Land wird für 2026 mit 880 Millionen Euro beziffert. Sollte das geplante Gesetz kommen, könnte dieses Defizit nach Einschätzung des Alb-Donau-Kreises im Jahr 2027 auf bis zu 1,7 Milliarden Euro steigen.

Landrat Scheffold fordert deshalb eine grundlegende Neuordnung der Krankenhausfinanzierung. Krankenhäuser seien ein zentraler Bestandteil der Daseinsvorsorge. Statt einer Scheinreform brauche es eine ehrliche Reform, die eine verlässliche Versorgung vor Ort sichere.

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