Der Plan legt unter anderem fest, wie häufig Busse fahren sollen, welche Anforderungen an Fahrzeuge und Pünktlichkeit gelten und wie der Nahverkehr barrierefreier werden kann. Die genauen Fahrpläne werden jeweils umgesetzt, wenn Buslinien neu ausgeschrieben und an Verkehrsunternehmen vergeben werden.
Auf größeren Verkehrsachsen ist werktags grundsätzlich ein Halbstundentakt vorgesehen. Dazu gehören die Verbindungen zwischen Ulm, Ehingen und Munderkingen, zwischen Ulm und Langenau sowie zwischen Ulm und Blaubeuren. An Wochenenden sollen diese Strecken mindestens stündlich bedient werden. Je nach Bedarf kann das Angebot ausgeweitet, aber auch reduziert werden. Auf schwach genutzten Verbindungen sollen in Randzeiten beispielsweise Rufbusse statt regulärer Linienbusse fahren.
Der Landkreis hat sein Busangebot in den vergangenen Jahren nach eigenen Angaben bereits um insgesamt 54 Prozent ausgebaut. Auf der Laichinger Alb lag der Zuwachs demnach bei rund 80 Prozent. Einen großen Anteil daran hatte der Ausbau der Verbindungen rund um den Bahnhof Merklingen.
Gleichzeitig steigen die Kosten. Im Haushalt 2026 benötigt der Landkreis für den Nahverkehr einen Zuschuss von rund 16 Millionen Euro. Deshalb sollen unter anderem parallele Bus- und Zugverbindungen vermieden, wenig genutzte Fahrten angepasst und größere Linienpakete gemeinsam ausgeschrieben werden.
Eine konkrete Änderung betrifft Dellmensingen. Die Stadt Ulm will den Erbacher Ortsteil ab 2027 nicht mehr mit der Linie 12 an Ulm und Wiblingen anbinden. Als Ersatz soll Dellmensingen werktags alle 30 Minuten mit dem Bahnhof Erbach verbunden werden. Dort bestehen Anschlüsse an die Regio-S-Bahnen in Richtung Ulm, Laupheim und Biberach.
Dafür werden die Buslinien in Erbach neu geordnet. Die bisherige Linie 232 wird in die drei Ringlinien 232A, 232B und 232C aufgeteilt. Sie sollen werktags stündlich und am Wochenende alle zwei Stunden fahren.
Zusätzlich wird die neue Linie 233 zwischen Erbach und Dellmensingen eingerichtet. Zusammen mit der Linie 232C entsteht werktags der geplante Halbstundentakt. Die Umstellung kostet den Landkreis voraussichtlich rund 240.000 Euro zusätzlich pro Jahr.
Für Schüler bleibt eine direkte Verbindung nach Wiblingen bestehen. Die Linie 239 soll Dellmensingen und die Erbacher Kernstadt mit dem Schulzentrum Wiblingen verbinden. Außerdem fahren weiterhin Schulbusse der Linie 21 zwischen Ulm beziehungsweise dem Kuhberg und dem Bahnhof Erbach.
Neu eingerichtet wird zudem die Linie 231 zwischen Erbach und Ringingen. Sie soll auch das Wohngebiet Hafenäcker anbinden und werktags im Stundentakt fahren.
An der Fortschreibung des Nahverkehrsplans waren neben dem Kreistag auch Städte, Gemeinden, Verkehrsunternehmen und benachbarte Landkreise beteiligt. Insgesamt wurden 86 Behörden, Verbände und weitere Stellen angehört.
Im Frühjahr 2024 konnten auch die Bürger ihre Vorschläge einreichen. Rund 1.700 Menschen beteiligten sich an der Online- und Papierumfrage. Nach Angaben des Landkreises wurden die Rückmeldungen geprüft und berücksichtigt, sofern sie sinnvoll und finanziell umsetzbar waren.