Die Aktion Hoffnung Rottenburg-Stuttgart e.V. baut alle Altkleidercontainer im Landkreis Biberach ab. Die Entscheidung fiel der Organisation sehr schwer, so der Vorstand der Aktion Hoffnung, Anton Vaas.
Über viele Jahre ist gemeinsam mit dem Landkreis und zahlreichen Kirchengemeinden ein wohnortnahes und insbesondere für einen Flächenlandkreis wichtiges, von den Bürger/innen akzeptiertes Sammelsystem entstanden. Umso bedauerlicher ist es, dass diese Infrastruktur nun verloren geht.
Der Verein hatte langwierige Gespräche mit dem Landkreis geführt. Ziel war eine zeitlich begrenzte Unterstützung, um die bestehende, vor allem flächendeckende Infrastruktur bis zum Inkrafttreten der erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ab 2028 zu stabilisieren. Doch es kam zu keiner gemeinsamen Übergangslösung.
Grund für den erzwungenen Rückzug ist die anhaltende Krise des Altkleidermarktes. Wegen des Trends zu Fast Fashion fehlen mittlerweile viele Abnehmer der gespendeten Kleidung. Zudem sinkt die Qualität der abgegebenen Kleidungsstücke. Anton Vaas bedauert die Entwicklung und die fehlende Einigung mit dem Landkreis.
Wir bedauern ausdrücklich das Ende der langjährigen guten Zusammenarbeit mit dem Landkreis. Gleichzeitig hätten wir uns für einen überschaubaren Übergangszeitraum von einigen Monaten so wie in anderen Landkreisen auch mehr Unterstützungsbereitschaft zum Erhalt der Infrastruktur gewünscht.
Aus Sicht der Aktion Hoffnung verliert der Landkreis Biberach damit ein über Jahrzehnte aufgebautes und haushaltsnahes Sammelsystem für Altkleider. Laut Vaas dürfte der Wiederaufbau des Systems mit Inkrafttreten des EPR-Systems ab 2028 teurer werden als die Aufrechterhaltung des jetzt abgebauten Sammelsystems.
Die Organisation entschuldigt sich bei den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Biberach für Situationen mit überfüllten oder vermüllten Containerstandorten in den vergangenen Wochen.