Am 8. März wählt Ravensburg neben dem Landtag auch einen neuen Oberbürgermeister. Die Kandidaten stehen jetzt fest – und die Auswahl ist doch sehr bunt: vier Bewerber, alle parteilos, treten an.
Amtsinhaber Daniel Rapp strebt seine dritte Amtszeit an. Rapp ist seit 2010 Oberbürgermeister von Ravensburg und war davor Bürgermeister von Sigmaringen. Wegbegleiter loben seine Moderations- und Durchsetzungsstärke, und bei den vergangenen Wahlen genoss er hohe Zustimmung in der Bevölkerung.
Gegen ihn kandidieren:
Roman Urban aus Baienfurt, der sich selbst als „freier Journalist“ bezeichnet. Urban ist für seine esoterischen Ideen bekannt – unter anderem plante er die Gründung einer „Druiden-Partei“ und veröffentlichte YouTube-Videos, in denen er etwa die Zukunft für 2036 voraussagen wollte, indem er eine Webcam und einen Zettel in einem Sandkasten vergrub. Konkrete, nachweisbare Publikationen als Journalist sind zumindest nicht öffentlich zugänglich.
Samuel Bosch aus Schlier, Klimaaktivist und Waldbesetzer, machte in der Region auf sich aufmerksam, indem er Bäume besetzte, Banner aufhing und gegen Rodungen demonstrierte. Bosch saß bereits wegen seiner Protestaktionen vor Gericht und wurde unter anderem zu einer Geldstrafe verurteilt, kann aber dennoch kandidieren.
Umut Bulut, Ravensburger Gastronom, ist bekannt durch sein türkisches Restaurant Saray in der Innenstadt. Das Lokal wird als familiengeführtes Restaurant mit Imbisscharakter beschrieben und erhält regelmäßig positive Bewertungen für Atmosphäre und Küche.
Rund 39.000 Wahlberechtigte in Ravensburg können abstimmen. Erreicht niemand die absolute Mehrheit, wird am 22. März eine Stichwahl nötig. Die Briefwahlunterlagen werden voraussichtlich ab morgen verschickt.
Die Ravensburger OB-Wahl verspricht also ungewöhnlich spannend zu werden: Von Amtsinhaber mit hoher Beliebtheit über esoterische Ideen eines Druiden, Klimaaktivismus bis hin zu lokalem Gastronomie-Know-how – ungewöhnliche Kandidaten für ein eher ruhiges Oberschwaben.