Aufrüttelndes Graffiti erinnert an Leid der Zivilbevölkerung

Zeichen für die Opfer von Bombenangriffen

Ein neues Wandgemälde im Heigeleshof 5, nahe des Ulmer Bahnhofs, macht auf die schrecklichen Folgen von Bombardierungen auf die Zivilbevölkerung aufmerksam.

Im Heigeleshof 5, unweit des Ulmer Bahnhofs, entsteht derzeit ein beeindruckendes Graffiti, das auf die verheerenden Folgen von Bombenangriffen auf die Zivilbevölkerung aufmerksam macht. Das Kunstwerk der renommierten Street-Art-Künstlerin FRAUBATH, bürgerlich Anna-Luise Bath, ist Teil der Kampagne „Stop Bombing Civilians“ der Hilfsorganisation Handicap International (HI).

Ein Zeichen für Frieden und Erinnerung

Am Dienstag, 17. Dezember, wurde das Projekt im Rahmen einer Veranstaltung vorgestellt. Bürgermeisterin Iris Mann erinnerte an die erschütternden Bombardierungen der Ulmer Altstadt vor genau 80 Jahren und betonte die Aktualität der Thematik: „Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist es wichtig, daran zu erinnern, welches Leid Kriege für die Zivilbevölkerung bringen. Mit diesem Kunstwerk setzen wir lokal ein Zeichen für Frieden.“

Symbolik durch Kunst

Das Wandgemälde interpretiert das Märchen „Die Sterntaler“ der Gebrüder Grimm auf dramatische Weise neu. Es zeigt ein Mädchen, das für die Schutzlosesten der Gesellschaft steht – die Ärmsten und Unschuldigsten, die bei Bombardierungen oft die Hauptleidtragenden sind. FRAUBATH selbst konnte krankheitsbedingt nicht an der Veranstaltung teilnehmen, wird das Kunstwerk jedoch in Kürze vollenden.

Dr. Eva Maria Fischer von Handicap International schilderte die globale Dimension der Problematik: „90 Prozent der Opfer von Angriffen mit Explosivwaffen stammen aus der Zivilbevölkerung. Unsere Kampagne fordert ein Ende dieser menschenverachtenden Bombardierungen und mehr Unterstützung für die Opfer.“

Ein starkes Statement im öffentlichen Raum

Daniel Tröster vom Verein Die Bunten e.V. betonte die Rolle der Kunst als politisches Sprachrohr: „Seit 15 Jahren ermöglichen wir Künstlern, ihre Botschaften in den öffentlichen Raum zu tragen. Dieses Graffiti erinnert eindringlich daran, dass wir gemeinsam gegen den Einsatz von Kriegswaffen gegen Zivilisten aufstehen müssen.“

Die Kampagne „Stop Bombing Civilians“

Explosivwaffen in Wohngebieten zerstören nicht nur Städte, sondern auch das soziale Gefüge. Weltweit leiden Menschen in Konflikten wie in der Ukraine, im Gazastreifen oder im Sudan unter Bombardierungen, die Tausende Opfer fordern und oft langanhaltende psychische Traumata verursachen. Handicap International setzt sich für die Räumung gefährlicher Kriegsreste und den Schutz der Zivilbevölkerung ein.

Die Künstlerin FRAUBATH

Anna-Luise Bath, bekannt als FRAUBATH, kombiniert künstlerische Vielseitigkeit mit gesellschaftlich relevanten Themen. Die multidisziplinäre Künstlerin ist international für ihre großformatigen Wandgemälde und visuellen Storytelling-Projekte bekannt.

Das Graffiti im Heigeleshof 5 kann jederzeit besichtigt werden und lädt dazu ein, über Frieden und den Schutz von Zivilisten nachzudenken.

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