Ausstellung zu Urmensch Udo öffnet

Nach dem Sensationsfund von 2019 wird jetzt die Nachbildung des berühmt gewordenen Menschenaffen "Udo" gezeigt. Seine Knochen sind rund 11,6 Millionen Jahre alt.

Vor einem Jahr machte der Fund von Urmensch «Udo» weltweit Schlagzeilen, jetzt hat der Menschenaffe in Pforzen eine eigene Ausstellung bekommen. Von diesem Samstag (24.10.2020) an zeigt die schwäbische Gemeinde im Landkreis Ostallgäu eine Nachbildung von «Udo».

Auf über 170 Quadratmetern auf dem Gelände des alten Feuerwehrhauses geht es zum einen um die Evolutionsgeschichte des Menschen. Zum anderen werden die Grabungen in der Pforzener Tongrube Hammerschmiede thematisiert. Diese hatten die mehr als 11,6 Millionen Jahre alten Knochen des Urmenschen zutage gefördert. Das hatte eine Sensation ausgelöst: Die Knochen wiesen darauf hin, dass menschliche Vorfahren, so wie «Udo», schon früher auf zwei Beinen gegangen sein könnten als bisher gedacht. Auch darum geht es in der Ausstellung.

Wie sah es im Ostallgäu zu dieser Zeit aus?

Außerdem werden etliche weitere ausgegrabene Exponate gezeigt. Auf Holztafeln werden verschiedene Fragen beantwortet. Darunter: Welche Tiere lebten mit «Udo» und wie sah es im Ostallgäu zu dieser Zeit aus? Der Urmensch selbst war Forschungen zufolge etwa einen Meter groß und wog circa 30 Kilogramm.

Die Ausstellungsräume seien dem Grabungsort in der Hammerschmiede nachempfunden, sagt Mediendesignerin Nadine Koop vor der Eröffnung. Zu sehen seien Holztransportkisten und Aluboxen - wie sie auch auf Grabungen zu finden seien. Das schaffe ein «improvisiertes, offenes Gesamtbild.»

Die Grabungen organisiert ein Team der Tübinger Archäologin Madelaine Böhme und Grabungsleiter Thomas Lechner. Wissenschaftler forschen in dem schwäbischen Ort bereits seit über neun Jahren. Dabei wurden mehr als 15.000 Überreste von Fossilien und etwa 50 Pflanzenarten gefunden.

Die Ausstellung soll nach vier Wochen, vom 22. November an, auf Wanderschaft gehen und an anderen Orten im Landkreis zu sehen sein.

Seinen Namen verdankt der Urmensch einem deutschen Rockmusiker: Als ein erster Teil gefunden wurde, feierte Udo Lindenberg seinen 70. Geburtstag.

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