Die Kontrollstelle glich einer kleinen Zeltstadt. Das Technische Hilfswerk Blaubeuren hatte sie aufgebaut. In den Zelten befanden sich verschiedene Stationen für die Abwicklung der polizeilichen Maßnahmen. Es gab außerdem ein Zelt für körperliche Durchsuchungen. Eine Polizeiärztin nahm in einem Zelt Blutproben. Mobile Toiletten standen für Urinschnelltests bereit. Bei 22 Fahrern bestand der Verdacht auf Drogenkonsum. Sven Franken, Pressesprecher der Polizei Ulm, erklärte das Vorgehen. "Unsere Zielrichtung ist hier, bei den Kontrollen berauschte Fahrer festzustellen", sagte er. Wer Anzeichen von Drogenkonsum zeigte, wurde zum Test gebeten.
Ein positiver Urintest hatte weitere Konsequenzen. Die Polizisten ordneten eine Blutentnahme an. Diese dient der gerichtsverwertbaren Beweissicherung. "Wir haben hier auch eine Ärztin vor Ort", so Franken. "Die dann hier direkt Blut abnimmt." Für die betroffenen Fahrer war die Fahrt an dieser Stelle zu Ende. In 22 Fällen wurde die Weiterfahrt untersagt. Die Fahrer mussten ihr Fahrzeug stehen lassen. Sie mussten sich abholen lassen, manchmal übernahmen Beifahrer das Steuer. In anderen Fällen kamen Ersatzfahrer zum Kontrollort.
Ein Mercedes-Fahrer bog kurz vor der Kontrollstelle auffällig schnell ab. Eine Polizistin beobachtete, wie er möglicherweise etwas aus dem Fenster warf. Der Gegenstand landete in einem Gebüsch. Die Beamten stoppten den Fahrer umgehend. Das Gebüsch wurde abgesucht, zunächst ohne Erfolg. Ein Drogenspürhund des Zolls kam zum Einsatz. Er suchte das Gebüsch und den Fahrer ab. Der Hund konnte jedoch keine Drogen aufspüren. Der Fahrer durfte seine Fahrt schließlich fortsetzen.
Bei einem anderen Autofahrer wurden die Beamten fündig. Er hatte eine größere Menge Amphetamine bei sich. Die Menge deutete auf einen möglichen Handel hin. Gegen den Mann wurde ein Strafverfahren eingeleitet. Insgesamt 13 Personen werden wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz angezeigt. "Drogen sind leider auch noch genauso ein Thema wie Alkohol", betonte Franken. Deshalb seien intensive Kontrollen sehr wichtig. Die Polizei wolle den Verkehrsteilnehmern zeigen, dass sie hinschaut. Berauschte Fahrten sollen konsequent unterbunden werden.
Die Kontrolle wurde durch zahlreiche Spezialisten unterstützt. Polizisten aus dem ganzen Land waren vor Ort. So waren neben jungen Polizisten der Bereitschaftspolizei auch Teilnehmer einer Fortbildung „Grogen im Straßenverkehr“ vor Ort. Die Teilnehmer konnten den erfahrenen Kollegen über die Schulter schauen.
Neben Drogenverstößen ahndeten die Beamten auch andere Delikte. Neben dem Rückstau auf der B10 stand beispielsweise ein Polizist, der gezielt nach Verstößen gegen die Gurtpflicht oder nach der Smartphone-Nutzung am Steuer schaute. Getunte Fahrzeuge wurden ebenso kontrolliert wie die Bereifung der Autos. Die Polizei kündigte an, dass weitere Kontrollen dieser Art bereits in Planung sind.