Dutzende Polizisten waren zwischen 13 und 19 Uhr im Einsatz. Sie zogen zahlreiche berauschte Fahrer aus dem Verkehr. Selbst E-Scooter-Fahrer wurden kontrolliert.
Die Kontrollstelle war an der Ortsdurchfahrt aufgebaut. Polizisten warfen prüfende Blicke in jedes vorbeifahrende Auto. Ein Beamter sicherte den Kontrollpunkt mit einer Maschinenpistole. Gegenüber stand ein Streifenwagen für mögliche Verfolgungen bereit. Er sollte Fahrer einfangen, die der Anweisung zum Abbiegen nicht folgten, dies kam etwa einmal pro Stunde vor. Unklar blieb, ob es sich dabei jeweils um Absicht oder ein Missverständnis handelte.
Am Sportplatz hatten die Einsatzkräfte eine komplette Infrastruktur errichtet. Es gab Zelte für die Personen- und Fahrzeugkontrollen. Eine Polizeiärztin war für die angeordneten Blutentnahmen vor Ort. Eine mobile Toilette ermöglichte die diskrete Abgabe von Urinproben. Dutzende Autofahrer wurden zum Drogentest aufgefordert. Ein Polizeihund durchsuchte zudem mehrere verdächtige Fahrzeuge. Die Beamten kontrollierten insgesamt rund 80 Fahrzeuge und 100 Personen.
Bei zwölf Fahrern schlug der Drogenschnelltest an. Sie mussten zur Blutentnahme und durften nicht weiterfahren. Ein Fall erwies sich als besonders skurril. Ein junger Mann wurde positiv auf Drogen getestet. Er rief daraufhin seine Mutter an. Sie sollte ihn und sein Auto von der Kontrollstelle abholen.
Die Mutter erschien kurze Zeit später zu Fuß. Sie sprach mit einem Polizisten über die Abholung ihres Sohnes. Dem Beamten fielen bei der Frau jedoch Auffälligkeiten auf. Er nahm sie für ein kurzes Gespräch zur Seite. Dort gab die Mutter zu, nur wenige Minuten zuvor Cannabis geraucht zu haben. Die Abholung wurde ihr daraufhin untersagt. Da sie zu Fuß gekommen war, hatte ihr Geständnis keine rechtlichen Folgen.
Die Polizei zog zudem einen ukrainischen Kurierfahrer aus dem Verkehr. Bei der Kontrolle stellte sich sein Führerschein als Totalfälschung heraus. Den Fahrer erwartet nun eine Strafanzeige. Die Polizei Ulm wertet die Aktion als Erfolg. „Die Ergebnisse zeigen, dass weiterhin zahlreiche Verkehrsteilnehmer unter dem Einfluss von berauschenden Mitteln am Straßenverkehr teilnehmen“, so eine Pressemitteilung.