BaWü: Hitze setzt jungen Wildvögeln zu

Die aktuelle Hitzewelle bringt viele junge Wildvögel in Baden-Württemberg in Gefahr. Weil sich Nester unter Dächern stark aufheizen, stürzen Jungtiere aus ihren Brutplätzen. Der Nabu fordert deshalb mehr Unterstützung für Auffangstationen.

Die hohen Temperaturen machen derzeit nicht nur Menschen zu schaffen. Auch viele Wildvögel in Baden-Württemberg leiden unter der Hitze. Besonders betroffen sind junge Mauersegler, Schwalben und Haussperlinge, die in Nischen und unter Dächern brüten.

Nach Angaben des Naturschutzbunds können sich solche Nistplätze auf bis zu 60 Grad aufheizen. Noch nicht flugfähige Jungvögel verlassen ihre Nester deshalb teilweise panisch und stürzen zu Boden.

Dutzende Tiere an einem Tag abgegeben

Die Folgen sind in den Wildtierauffangstationen deutlich zu spüren. Im Nabu-Vogelschutzzentrum Mössingen wurden nach Angaben des Verbands an einem einzigen Tag rund 60 hilfsbedürftige Mauersegler, Schwalben und Spatzen abgegeben.

Bereits einen Tag später musste die Einrichtung wegen Überlastung vorübergehend einen Aufnahmestopp verhängen. Viele der wenigen Auffangstationen im Land arbeiten laut Nabu überwiegend ehrenamtlich und seien dauerhaft an ihrer Belastungsgrenze.

Nabu fordert verlässliche Finanzierung

Der Naturschutzbund fordert vom Land Baden-Württemberg deshalb ein landesweites Konzept für Wildtierauffangstationen. Anerkannte Einrichtungen sollen besser miteinander vernetzt, Zuständigkeiten klar geregelt und eine zentrale Anlaufstelle geschaffen werden.

Außerdem verlangt der Verband eine verlässliche Finanzierung der Stationen. Ein entsprechendes Konzept wird nach Angaben des Nabu bereits seit mehreren Jahren diskutiert. Das Umweltministerium teilt mit, dass an dem Thema gearbeitet werde.

Hitze ist nicht die einzige Gefahr

Neben den hohen Temperaturen belasten nach Angaben des Nabu weitere Faktoren die heimischen Wildvögel. Dazu gehören fehlende Brutplätze, ein Rückgang von Insekten als Nahrungsquelle und Gefahren durch den Straßenverkehr.

Die aktuelle Hitzewelle soll am Donnerstag ihren Höhepunkt erreichen. Am Oberrhein werden nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet. Am Wochenende sollen die Temperaturen wieder etwas zurückgehen.

Das könnte Dich auch interessieren

07.08.2026 Gottmadingen: Mann soll in Lidl-Filiale von Spinne gebissen worden sein Nach Angaben der Polizei berichtete der Mann, beim Griff in eine Bananenkiste einen Biss oder Stich erlitten zu haben. Anschließend habe er eine allergische Reaktion entwickelt. Zunächst ging der 62-Jährige nach Hause. Erst einige Stunden später meldete er sich bei der Rettungsleitstelle. Er wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht und dort behandelt. Laut Polizei erlitt 16.07.2026 Wie Hitze und Trockenheit Tiere in Baden-Württemberg plagen Die außergewöhnlich frühe und intensive Hitzewelle macht vor allem auch Tieren zu schaffen, die an und im Wasser leben. «Die Trockenheit in Kombination mit langen Hitzeperioden trifft die Gewässer-Lebensgemeinschaften in Baden-Württemberg ins Mark», erklärte der Landesvorsitzende des Naturschutzbundes (Nabu), Johannes Enssle. «Das bedeutet einen Lebensraumverlust in Echtzeit – für Fische, Flusskrebse, Insektenlarven und all jene 17.04.2026 Immer mehr Asiatische Hornissen in Baden-Württemberg Die Asiatische Hornisse breitet sich in Baden-Württemberg rasant aus: Die Zahl der gemeldeten Nester hat sich binnen eines Jahres mehr als verdoppelt. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben des Umweltministeriums knapp 3300 Nester gemeldet – mehr als doppelt so viele wie 2024. «Von einer weiteren Ausbreitung und einer steigenden Anzahl von Nestern ist trotz zahlreicher 24.03.2026 Erfolgreiche Petition: Biberschutz wird Thema im Landtag 14.348 Menschen haben in Baden-Württemberg eine Petition für einen stärkeren Schutz der Biber unterzeichnet. Die Initiatoren der Petition von Nabu und BUND zeigen sich in einer Pressemitteilung zufrieden. Das nötige Quorum ist erreicht, damit sich der Petitionsausschuss des Landtags dem Thema des Biber-Managements in einer öffentlichen Sitzung annehmen muss. «Diese große Unterstützung sehen wir als