BaWü will Regeln zu Handys an Schulen auf den Weg bringen

Änderung des Schulgesetzes!

Fast jeder ältere Schüler dürfte inzwischen ein Handy in der Tasche haben. Nun sollen sich nach Willen des Kultusministeriums alle Schulen Regeln im Umgang mit den Geräten geben - gerne auch strenge.

Nach dem Willen der Landesregierung soll es an den Schulen im Südwesten künftig landesweit Regeln für den Umgang mit Smartphones geben. Eine entsprechende Änderung des Schulgesetzes soll das grün-schwarze Kabinett am Dienstag auf den Weg bringen, teilte ein Sprecher des Kultusministeriums mit.

Konkret sollen künftig alle Schulen dazu angehalten werden, sich altersangemessene Regeln im Umgang mit mobilen Endgeräten zu geben, so der Sprecher. «Für Grundschulen sollen das eher restriktive, für weiterführende entsprechend pädagogisch sinnvoll angepasste Regelungen sein», hieß es. Man werde den Schulleitungen damit Rechtssicherheit geben und entsprechende Handreichungen und Formulierungsvorschläge bereitstellen. Im Idealfall könnten Schulen das Thema auch zur Demokratiebildung nutzen und die Regelungen gemeinsam innerhalb der Schulgemeinschaft erarbeiten, sagte der Sprecher.

Die Regeln sollen sich nur auf die private Nutzung von Smartphones und Co. beziehen, etwa in Pausen. Die Nutzung eigener Geräte im Unterricht unter Anleitung von Lehrkräften im Unterricht soll weiterhin möglich sein.

Ministerin sieht negative Folgen von Smartphones

Die strengeren Regeln hatte Kultusministerin Theresa Schopper (Grüne) bereits im März angekündigt. Damals begründete Schopper ihren Vorstoß mit negativen Folgen, die Smartphones für Kinder und Jugendliche haben könnten. Diese seien inzwischen ausreichend belegt, so Schopper. Als Beispiele nannte sie Folgen für die Konzentrationsfähigkeit, das Lernvermögen und die mentale Gesundheit. Auch könnten Smartphones zu Cybermobbing oder emotionaler Vereinsamung führen.

Der Landeschef der Lehrergewerkschaft VBE, Gerhard Brand, betonte, dass Lehrkräfte bei der Umsetzung von entsprechenden Regeln Rechtssicherheit bräuchten. An Schulen, an denen die privaten Geräte zum Unterrichtsbeginn abgeben werden müssten, kämen Schüler häufig mit einem zweiten Gerät zur Schule. Taschen zu durchsuchen, das sei für Lehrkräfte aber schwierig und ein Eingriff in die Privatsphäre der Schüler. Zudem müsse geklärt werden, wer hafte, wenn das abgegebene Handy beispielsweise herunterfalle. «Auch das muss eindeutig geklärt werden», sagte Brand.

Ein weiteres Thema sieht der Gewerkschaftschef in Smartwatches. Mit diesen könnten die Kinder telefonieren oder Nachrichten senden oder von ihren Eltern getrackt werden. Solche Smartwatches von normalen Uhren zu unterscheiden, sei schwierig, so Brand.

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