Bayern: Immer mehr Mädchen und Buben bei der Kinderfeuerwehr

Kinderfeuerwehren sollen den Nachwuchs schon früh für das Ehrenamt bei der freiwilligen Feuerwehr begeistern. Es gibt immer mehr Gruppen. Manche werben sogar mit eigenen Miniatur-Feuerwehrautos.

In Bayern und deutschlandweit werden Kinderfeuerwehrgruppen immer beliebter. Gab es 2015 erst rund 2.800 Kinder, die im Freistaat in einer Kinderfeuerwehrgruppe aktiv waren, so waren es Ende 2024 bereits rund 30.500, teilte die Jugendfeuerwehr Bayern mit. Organisiert sind die Kinder in 1.633 Gruppen.

Bei einer Kinderfeuerwehr wird Mädchen und Buben ab sechs Jahren das Thema Brandschutz und Feuerwehr spielerisch nähergebracht. «Sie erlernen Grundkenntnisse im Bereich der Feuerwehr und des Brandschutzes, wie zum Beispiel das Absetzen des Notrufs und Basiswissen im Bereich der Ersten Hilfe», erläuterte Sarah Altmann, Fachreferentin für die Jugendfeuerwehr in Bayern. Und dann gehe es auch noch um soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Kommunikation und Selbstständigkeit. Diese würden durchs Spielen, Malen, Basteln und Experimentieren gefördert.

Deutschlandweiter Zuwachs

Auch deutschlandweit gehören immer mehr Kinder zu einer Feuerwehrgruppe: Knapp 99.590 Kinder waren Ende 2024 aktiv, 37.648 davon waren Mädchen. Zum Vergleich: 2020 waren es gerade einmal 28.059 Kinder.

Kindergruppen seien aus der Feuerwehrwelt nicht mehr wegzudenken, sagt Christine Hepner, Sprecherin der deutschen Jugendfeuerwehr. Mit der Einrichtung solcher Gruppen wollen die Freiwilligen Feuerwehren frühzeitig das Interesse von Kindern an ihrer Arbeit wecken und fördern.

Konkurrenz zu Sportverein, Schule, Ausbildung

«Ziel ist es, spielerisch Wissen über Brandschutz zu vermitteln. Dabei erfahren sie auch, was Gemeinsinn bedeutet und bauen eine langfristige Bindung zur Feuerwehr auf», sagte Hepner. «So wird die Nachwuchssicherung für die Jugendfeuerwehr und den späteren aktiven Dienst gezielt unterstützt.»

Denn: Das Ehrenamt bei der Feuerwehr steht bei Jugendlichen in Konkurrenz zu anderen Freizeitaktivitäten wie etwa im Sportverein oder auch zu Schule und Ausbildung. Und der demografische Wandel setzt auch den freiwilligen Feuerwehren zu, die immer mehr darum kämpfen müssen, genug engagierte Ehrenamtler zu finden. Neben dem Brandschutz gehören zu Aufgaben der Feuerwehr auch Hilfe bei Naturkatastrophen und bei Unfällen.

Ein Miniaturfeuerwehrauto für den Nachwuchs

In Bayern ist das Feuerwehrwesen weitgehend über freiwillige Wehren organisiert, lediglich in den Großstädten gibt es Berufsfeuerwehren. Dazu kommen Betriebsfeuerwehren zum Beispiel bei großen Industrieunternehmen.

Einige Feuerwehren mit Kindergruppen haben inzwischen auch spezielle Miniaturfahrzeuge für den Nachwuchs – etwa die Feuerwehr in Waischenfeld (Landkreis Bayreuth), die am kommenden Samstag (9. August) ein Treffen für Kinderfeuerwehrautos aus ganz Deutschland organisiert.

«Das Auto wirkt wie ein Magnet», sagte Organisator Daniel Brand. Gerade wenn die Feuerwehr Kinder aus der Kita oder der Grundschule zur Brandschutzerziehung zu Gast habe, sei das Auto extrem beliebt. Gebaut haben es die freiwilligen Feuerwehrleute übrigen selbst.

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