Bezirkskliniken Schwaben schließen Haupteingänge aus Protest

Landesweite Aktion

„Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“ Mit dieser Botschaft haben die Bezirkskliniken Schwaben am Freitagmittag gegen geplante Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen protestiert.

Die Bezirkskliniken Schwaben haben sich am Freitagmittag an einem süddeutschen Protesttag beteiligt. An allen acht klinischen Standorten wurden die Haupteingänge symbolisch für zwei Stunden geschlossen, so auch am Bezirkskrankenhaus Günzburg.

Patienten, Angehörige und Besucher wurden während der Aktion über Nebeneingänge umgeleitet. Die Patientenversorgung sei nach Angaben der Bezirkskliniken aber zu keiner Zeit eingeschränkt gewesen.

Kritik an geplantem Spargesetz

Hintergrund der Protestaktion ist das geplante GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz der Bundesregierung. Kliniken und Verbände warnen vor erheblichen Folgen für Krankenhäuser.

Wolfram Firnhaber, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Bezirkskliniken, sieht den Betrieb der Krankenhäuser gefährdet. Durch das geplante Gesetz drohten Einsparungen, die einen tragfähigen Krankenhausbetrieb nicht mehr möglich machen würden. Ein zentraler Kritikpunkt: Tarifsteigerungen für Beschäftigte sollen nach Angaben der Bezirkskliniken künftig nicht mehr vollständig ausgeglichen werden.

Mehr als 100.000 Patienten pro Jahr

Die Bezirkskliniken Schwaben beschäftigen mehr als 4.600 Menschen. An den acht klinischen Standorten werden pro Jahr rund 100.000 Patienten stationär, ambulant oder teilstationär behandelt. Zum Unternehmen gehören unter anderem die Bezirkskrankenhäuser in Augsburg, Günzburg, Donauwörth, Kaufbeuren, Kempten und Memmingen sowie die Tagesklinik Lindau und die Günztalklinik Allgäu in Obergünzburg.

Vor den gesperrten Eingängen machten blaue Absperrbänder und Schilder auf die Lage aufmerksam. Darauf stand unter anderem: „Kein Geld. Keine Versorgung.“ Darunter der Zusatz: „Wir sind für Sie da. Solange wir noch können.“

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