Das noch letzte stehende Tor in Biberach wird wieder geradegerückt. Seit Anfang November 2025 laufen die Sanierungsarbeiten für das Ulmer Tor. Ab dem 19.Januar 2026 werden auch die Bohrpfähle, die die morschen Baumstämme ersetzten, eingesetzt. Doch bis die ganze Grundsanierung fertig gestellt ist, wird es noch bis Dezember 2026 brauchen.
Das Ulmer Tor wurde im Jahr 1373 gebaut und hieß bis 1810 noch Spitaltor. Ursprünglich ersetzte es den Bürgerturm als östliches Stadttor. Im Jahr 1606 wurde es dann von Thomas Kuzberger renoviert. Seit 1820 steht dort der Freistehende Glockenstuhl, dieser wird für den abendlichen „Gausappell“, also für das Eintreiben des Federviehs, verwendet. Nach dem zweiten Weltkrieg überlebte das Ulmer Tor die Bombardierung, allerdings mit schweren Schäden. 1947 wurde er aber wieder instandgesetzt und seither so aus, wie wir ihn kennen.
Die Schieflage vom Haupt- und Vortor entstand, weil die Baumstämme, die das Stadttor gerade hielten, im Grundwasser waren. Dadurch, dass einige Tiefgaragen in den letzten Jahrzenten in Biberach entstanden sind, wurde das Grundwasser unter der Stadt abgesenkt. Was jetzt zur Folge hat, dass die Baumstämme morsch geworden sind. Die Schieflage ist mittlerweile auch erkennbar, weil das Haupttor an seiner höchsten Stelle mittlerweile schon 26 Zentimeter in Richtung Innenstadt geneigt ist und das Vortor 10 Zentimeter Richtung Bahnhof schaut.
Die Sanierungen leitet der Sachverständige von der Landesgewerbeanstalt in Nürnberg und Leiter des Bereichs historische Bauwerke, Herr Dipl.-Ing. Gregor Stolarski. Dieser wird insgesamt 28 Mikropfähle einsetzten. Diese sollen die alten und morschen Baumstämme ersetzten. Diese Arbeiten werden höchstwahrscheinlich drei Wochen brauchen, sobald es zu keinen Komplikationen bei der kommt.
Nach der Grundsanierung des Ulmer Tors, plant die Stadt in den Folgejahren die Umgestaltung der Ulmer-Tor-Straße, sowie der Abschluss der Sanierung des Dach Konstruktes vom Ulmer Tor.