Biberach: Gerberei Kolesch feiert 300-jähriges Bestehen

Leder weltweit

Die letzte Altsämischgerberei Deutschlands gibt es seit 300 Jahren sie ist seit neun Generationen familiengeführt.

Das Jubiläum

Am Samstag den 01. Juli wird von 11 bis 18 Uhr in der Bleicherestraße in Biberach das 300-jährige Jubiläum der Gerberei Kolesch gefeiert. Das Unternehmen wurde 1723 gegründet und seit dem immer vom Vater an den Sohn weitergegeben. Aktuell wird es von der 9. Generation geführt.
Am Samstag wird der neue Laden eröffnet, außerdem wird es die Möglichkeit geben das Lager und die Felle anzuschauen. Es wird Führungen durch die Wasserwerkstatt und das Fachwerkhaus von 1699 geben. Außerrdem ist für das leibliche Wohl gesorgt und es wird eine Band spielen. Vor Ort wird es auch eine Hüpfburg und eine Verlosung geben. Und es wird auch einer der Porsche vor Ort sein, den RUF Automobile mit dem Biberacher Leder ausgestattet hat.

Was unterscheidet die Altsämischgerberei?

Bei dieser besonderen Art der Gerbung wird nur Dorschtran (Fettöl des Dorsches) als Gerbstoff verwendet. Dieser wird mit schweren Hämmern in die Haut eingebracht. Ein sogenannter Walkvorgang dauert etwa 12 Stunden dabei werden die Häute immer wieder gehämmert und zwischendurch im Freien aufgehängt und getrocknet. Die Häute werden mehrfach gewalkt um den Ausgleich vom Wasser in der Haut mit dem Dorschtran zu erreichen. Nach ca. vier Wochen ist der Gerbvorgang abgeschlossen und das Leder fertig gegerbt. Es folgen viele weitere Schritte insgesamt dauert es von der Haut bis zum weiterverarbeitbaren Lederstück ein gutes Jahr. Die altsämische Art zu gerben ist sehr aufwändig, daher haben alle anderen Gerbereien auf einfachere Methoden umgestellt. Außerdem gab es diese Gerbart nur in Deutschland, Österreich und der Schweiz, daher ist die Gerberei Kolesch seht wahrscheinlich sogar weltweit die letzte ihrer Art.

Leder weltweit

Das Leder aus Biberach ist auch in der ganzen Welt begehrt. Es geht unter anderem nach Japan, Schottland und Österreich. Auch gr0ße Firmen treten immer wieder mit Anfragen an das Unternehmen heran. So wurde das Jubiläumsbuch von Jägermeister mit dem Biberacher Leder gebunden, für das 250-jährigen Jubiläum von Birkenstock wird es einen besonderen Schuh geben und RUF Automobille hat auch schon einige Porsche mit dem Leder ausgestattet. Natürlich werden auch verschiedene Säckler aus der Region mit dem Leder beliefert. Der Verkaufsschlager ist nach wie vor die Hirschlederhose in den verschiedene Varianten. Es wird am Samstag auch eine neue Kollektion an Laptoptaschen vorgestellt.

Wer also schon immer mal wissen wollte wie Leder auf altsämische Art gegerbt wird der sollte am Samstag mal in Biberach vorbeischauen.

 

Das könnte Dich auch interessieren

17.06.2026 Brauerei Ott kämpft nach Insolvenzantrag ums Überleben Die finanziell angeschlagene Schussenrieder Brauerei Ott wird vorerst fortgeführt. Der vorläufige Insolvenzverwalter Matthäus Rösch sagte, er sei optimistisch, das Familienunternehmen stabilisieren zu können. Durch das Insolvenzausfallgeld seien die Gehälter der 40 Beschäftigten für Juni, Juli und August gesichert. Der Rechtsanwalt kündigte an, dass er einen Investor für das kleine Unternehmen mit Sitz in Bad Schussenried 17.06.2026 Hammerlos für Ochsenhausen im Tischtennis-Pokal Die TTF Liebherr Ochsenhausen haben im Achtelfinale des Deutschen Tischtennis-Pokals das Hammerlos Borussia Düsseldorf gezogen. Besonders im Fokus steht dabei Düsseldorfs Neuzugang Fan Zhendong. Der Olympiasieger aus China läuft in der neuen Saison für den Rekordpokalsieger auf. Neuer Pokal-Modus in Nürnberg Das Pokal Grand Opening findet am 29. und 30. August 2026 in der Kia 17.06.2026 Eichenprozessionsspinner breitet sich in Schwaben aus Er befällt Eichen und das in nicht geringer Anzahl. Der Eichenprozessionsspinner wird für Schwaben zum Problem. Die Raupen des Schmetterlings sorgen bei Berührung für Ausschläge oder sogar schwere gesundheitliche Beschwerden für Menschen. Spielplatz und Bank abgesperrt Im Neu-Ulmer Glacispark sind die Raupen jetzt auch aufgetaucht. Rund um den Spielplatz sind einige Eichen befallen, daher hat 16.06.2026 Oberschwaben: Schussenrieder Brauerei Ott macht trotz Insolvenz weiter Die Produktion und die Versorgung aller Kunden mit Schussenrieder Bieren und Erfrischungsgetränken findet weiter uneingeschränkt statt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Brauerei beschäftigt derzeit rund 50 Mitarbeiter – sie sollen alle ihre Jobs behalten. Das Unternehmen will sich künftig verstärkt auch auf die veränderten Marktbedürfnisse einstellen. Und noch eine gute Nachricht: das