Biberach: Hangsicherung in der Ulmer Straße fast fertig

90 Rollen Stahlnetz

Die Arbeiten zur Hangsicherung an der Ulmer Straße stehen kurz vor dem Abschluss. Bis zu 45 Meter hoch ist die Nagelfluhwand, aus der sich immer wieder Steine und größere Felsbrocken lösen.

Um die Sicherheit der Anwohner und der darunterliegenden Straße zu erhöhen, lässt die Stadt derzeit ein großflächiges Stahlnetz an der Steilwand installieren. Die Gesamtkosten des Projekts liegen bei rund 800.000 Euro.

Besonders ist dabei nicht nur das Ausmaß der Maßnahme, sondern auch die technische Umsetzung: Erstmals kommt in diesem Bereich ein Schutzsystem aus hochfestem Stahldraht zum Einsatz, wie es sonst häufig im alpinen Raum verwendet wird. Produziert wurde das Netz von der Schweizer Firma Geobrugg.

500-Tonnen-Felssturz als Warnsignal

Dass die Absicherung notwendig ist, zeigte ein massiver Felsabgang im April 2020: Ein etwa 500 Tonnen schwerer Block löste sich aus rund 40 Metern Höhe. Zwar blieb der Brocken im vorhandenen Graben liegen und es kam zu keinem Schaden, doch das Ereignis machte deutlich, dass das bisherige Schutzsystem an seine Grenzen stößt. Bislang wurde das Material, das aus der Wand bricht, in einem Graben aufgefangen und einmal jährlich von der Stadt geräumt. Ein Schutzzaun sollte dabei Brocken bis zu zehn Tonnen zurückhalten.

Aufwendige Arbeiten im schwierigen Gestein

Insgesamt wurden rund 60 Anker mit einer Länge von jeweils zwölf Metern in die Hangkante eingebracht, auf einer Strecke von etwa 100 Metern. Besonders herausfordernd war dabei der harte Nagelfluh, der ab etwa sechs Metern Tiefe auftrat und Bohrgeräte sowie Baufortschritt stark beanspruchte. Dadurch verzögerte sich das Projekt, der ursprünglich geplante Fertigstellungstermin im Dezember 2025 konnte nicht gehalten werden.

„Wie ein Vorhang“ aus Stahl

Alle Anker sind inzwischen gesetzt und einzeln mit einer Zugkraft von bis zu 55 Tonnen geprüft worden. Nun erfolgt die Montage des Netzes, das insgesamt rund 6.000 Quadratmeter Fläche abdeckt.

„Das Netz wirkt wie ein Vorhang“, erklärt das städtische Tiefbauamt. Größere Gesteinsbrocken sollen gar nicht erst herausbrechen, kleinere Materialbewegungen werden entlang der Struktur nach unten in den Graben geleitet.

Das 3,30 Meter breite Netz wird in Rollen geliefert und an der Hangkante befestigt. Da die einzelnen Bahnen den Hang nicht vollständig in der Länge abdecken, werden sie von unten mithilfe eines Teleskopladers nach oben gezogen und anschließend von gesicherten Arbeitern miteinander verbunden.

Wenn alles nach Plan läuft, sollen die Arbeiten im April abgeschlossen sein.

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