Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben: Projekt gescheitert

Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben

Das geplante dritte Biosphärengebiet in Baden-Württemberg ist vorerst gestoppt. Landwirte, Gemeinden und Wirtschaftsvertreter lehnten das Vorhaben ab – dabei sollte es Klimaschutz, Moorschutz und nachhaltigen Tourismus verbinden.

Das dritte Biosphärengebiet in Baden-Württemberg kommt vorerst nicht. Geplant war eine Schutzfläche von rund 67.500 Hektar in Allgäu und Oberschwaben, in der Menschen, Natur und Wirtschaft im Einklang arbeiten sollten. Ziel war es, Moor- und Naturschutz mit nachhaltigem Tourismus und regionaler Wirtschaftsförderung zu verbinden.

Nach jahrelanger Prüfung stoppte die Landesregierung das Vorhaben nun offiziell. Hintergrund ist ein massiver Widerstand vor Ort: Landwirte, Förster, Bürgermeister und viele Gemeinden äußerten Bedenken wegen zu viel Bürokratie und eingeschränkter Mitbestimmung. Auch wirtschaftliche Akteure, wie die Industrie- und Handelskammer (IHK), zeigten sich skeptisch.

Chancen vertan – oder nur verschoben?

Befürworter, darunter NABU-Landesvorsitzender Johannes Enssle, sehen in der Absage eine verpasste Chance: „Millionenbeträge an Fördergeldern gehen verloren“, betonte er. Gegner wie die „Allianz für Allgäu-Oberschwaben“ argumentieren hingegen, dass ein Biosphärengebiet Allgäu-Oberschwaben nach Bundesnaturschutzgesetz zu viele Einschränkungen bei Bauprojekten und der Landwirtschaft bedeuten würde.

Besonders die Ablehnung von Schlüsselgemeinden wie Bad Waldsee, Bad Wurzach und Ostrach machte eine Umsetzung unmöglich. Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) wies darauf hin, dass die Entscheidung bei den Kommunen liege. Landwirtschaftsminister Peter Hauk (CDU) hatte das Projekt bereits kritisch gesehen.

Trotz der Absage bleibt das Potenzial des Biosphärengebiets unbestritten. Experten betonen, dass ähnliche Projekte auf der Schwäbischen Alb und im Schwarzwald sowohl ökologisch als auch wirtschaftlich erfolgreich seien.

Das könnte Dich auch interessieren

06.05.2026 Sechs neue Orte jetzt Teil des Biosphärengebiets Schwäbische Alb Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb wächst weiter: Seit Mitte April gehören sechs weitere Gemeinden offiziell zum Großschutzgebiet dazu. Neu aufgenommen wurden Allmendingen, Blaubeuren und Rechtenstein im Alb-Donau-Kreis sowie Engstingen, Hohenstein und Sonnenbühl im Landkreis Reutlingen. Damit wächst das Biosphärengebiet auf mehr als 121.000 Hektar Fläche. Rund 265.000 Menschen leben jetzt innerhalb der Gebietskulisse. Was bedeutet das 14.11.2025 Entbürokratisierung sorgt für Wirbel – Seilbahn im Allgäu erhitzt Gemüter In Oberstdorf im Oberallgäu sorgt die geplante Erneuerung eines Sessellifts am Fellhorn für hitzige Diskussionen. Grund dafür ist eine Gesetzesänderung der Staatsregierung: Das neue bayerische Modernisierungsgesetz senkt erstmals die Hürden für Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Seilbahnen, Skipisten und Beschneiungsanlagen. Die Fellhornbahn ist das erste Projekt, das davon profitiert – eine Prüfung ist wegen der Länge der neuen 06.08.2026 Gemeinde Hochdorf wartet jahrelang auf Starkregenschutz – Hagel antwortet nicht Vollgelaufene Keller, zerstörtes Eigentum und im schlimmsten Fall Menschenleben in Gefahr: Hochdorfs Bürgermeister Stefan Jäckle warnt eindringlich vor den Folgen eines weiteren schweren Starkregens. Seit 2015 arbeitet die Gemeinde im Kreis Biberach an Schutzmaßnahmen. Der entscheidende Durchbruch ist bis heute ausgeblieben. Jäckle will das nicht länger hinnehmen. Am 18. Juli schickte er einen offenen Brief 20.05.2026 Neue Grüne Landtagsfraktion: Ulmer Abgeordneter Michael Joukov übernimmt Schlüsselposten Der Ulmer Landtagsabgeordnete Michael Joukov übernimmt einen Schlüsselposten in der neuen Grünen Landtagsfraktion. Bei der Klausur der baden-württembergischen Grünen wurde er einstimmig zum Vorsitzenden des Arbeitskreises Umwelt, Naturschutz und Energiewirtschaft gewählt. Das teilen die Grünen mit. Gemeinsam mit der Nürtinger Abgeordneten Clara Schweizer als Stellvertreterin verantwortet Joukov damit einen wichtigen Arbeitskreis der Fraktion. Insgesamt gehören