Björn Hossfeld ist neuer ärztlicher Leiter des Ulmer Rettungshubschraubers

Nachdem zum Monatswechsel Professor Dr. Matthias Helm vom Ulmer Bundeswehrkrankenhaus (BwK) in den Ruhestand ging, hat er auch seine Funktion als Leitender Hubschraubernotarzt des Ulmer Rettungshubschrauber „Christoph 22“ an den Privatdozent Dr. Björn Hossfeld übergeben.




Professor Helm war neben seiner Funktion als ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie  am BwK auch oberster Arzt auf dem Rettungshubschrauber, der am Eselsberg stationiert ist und von der ADAC Luftrettung betrieben wird. In der Zusammenarbeit mit dem ADAC hat Helm seine militärisch-medizinischen Erfahrungen aus den Auslandseinsätzen, aus der Intensivstation und der Notaufnahme und auch aus der Luftrettung miteinander verzahnen können. Vieles, was heute in der präklinischen Notfallmedizin zum Standard gehört, hat seinen Ursprung in Ulm genommen. Wenn heutzutage kleine Pulsoxymeter zur Messung der Sauerstoffsättigung im Blut beim Discounter zu kaufen sind, so waren es die Ulmer, die vor Jahrzehnten die Messgeräte erstmals mobil auf dem Hubschrauber dabei hatten. Auch die Videolaryngoskopie, um schnell und sicher eine sichere Beatmungsmöglichkeit für Notfallpatienten anlegen zu können, wurde durch Helm und seine Kollegen vorangetrieben. Seit vergangenem Jahr hat der Ulmer Rettungshubschrauber auch gekühlte Blutkonserven an Bord.

Nachdem der 62-jährige Helm nun bei der Bundeswehr in den Ruhestand gegangen ist, stand auf der Wechsel in der ärztlichen Leitung des Hubschraubers an. Der Notarzt Björn Hossfeld fliegt seit 15 Jahren auf dem Ulmer Rettungshubschrauber, nun leitet er sie auch medizinisch, während der Hubschrauber und der Pilot vom ADAC gestellt werden. Der 52-Jährige ist ebenfalls am Ulmer BwK tätig und bringt seine Einsatzerfahrung auch aus Auslandseinsätzen sowie als Notarzt im konventionellen Notarzteinsatzfahrzeug mit. Hossfeld engagiert sich in der Forschung vor allem für das Atemwegsmanagement, eine sichere Versorgung von Schwerverletzten mit Sauerstoff schon an der Einsatzstelle und nahtlos bis in den Operationssaal, aber auch für eine Aufwertung des Notfallsanitäters, der im Einsatz den Notarzt unterstützt, bei bestimmten Verletzungen aber auch schmerzstillende Medikamente anstelle des Arztes geben kann.

Neben seiner neuen Funktion am Rettungshubschrauber wurde Hossfeld am vergangenen Wochenende auch zum neuen Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte gewählt. Gemeinsam mit seinem Kollegen Thomas Jarausch aus Würzburg vertritt er über 3 000 Notärzte nicht nur berufspolitisch, sondern vor allem auch in der Aus- und Weiterbildung. Auch am Tagungswochenende in Berchtesgaden leitete der Ulmer Notarzt, der auch im Großraum Augsburg regelmäßig Notarztdienst verrichtet, einen Workshop zur optimalen Immobilisation von Patienten auf dem Weg von der Unfallstelle zum Operationssaal.

Text: Thomas Heckmann

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Foto: ADAC Luftrettung

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