Dieser Schritt verkürzt die Anfahrtszeiten bei Notfällen in Blaustein und den umliegenden Gemeinden. Die neue Wache ist zunächst für zwei Jahre als Übergangslösung geplant. Grund ist eine notwendige Neustrukturierung des Rettungsdienstbereichs.
Der Rettungswagen ist täglich von 7 bis 19 Uhr einsatzbereit. Er war bisher an der Uniklinik am Oberen Eselsberg stationiert. „Dort hat die Bundeswehr im Juli 2025 einen zusätzlichen Rettungswagen in Betrieb genommen“, sagt Tobias Zoller, Leiter des Rettungsdienstes. „Somit ist der Obere Eselsberg nach wie vor abgesichert.“ Das frei gewordene Fahrzeug steht nun in Blaustein zur Verfügung. Dies ist eine Reaktion auf geänderte gesetzliche Vorgaben. Die Hilfsfrist wurde von 15 auf 12 Minuten verkürzt.
Für die neue Wache wurden Räume in der alten Feuerwache Herrlingen umgebaut. Das Gebäude wird auch vom DRK-Ortsverein Blaustein genutzt. „Wir haben dort vier Fahrzeugstellplätze“, erklärt Blausteins Bürgermeister Konrad Menz. „Drei waren schon belegt, der vierte hat es ermöglicht, dass das hauptamtliche Fahrzeug jetzt hier dazu kommen konnte.“ Im Obergeschoss wurde ein Aufenthaltsraum für die Rettungskräfte eingerichtet. Dort gibt es einen PC-Arbeitsplatz, einen Alarmmonitor sowie eine Sitzecke. Ein ehemaliges Materiallager dient nun als Umkleideraum.
Die Stadt Blaustein wächst stetig. „Die Verkehrssituation wird immer komplexer“, so Menz. „Wir haben dazu noch zwei Bahnübergänge auf unserem Gemeindegebiet.“ Kurze Anfahrtszeiten seien daher besonders wichtig. Die neue Wache sei ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Ob der Standort dauerhaft bleibt, ist noch unklar. „Ich gehe davon aus, dass nach Notwendigkeiten geschlüsselt wird“, meint Menz. Wenn das DRK feststelle, dass Blaustein ein optimaler Standort sei, freue sich die Kommune.
Die Entscheidung für Blaustein ist Teil einer größeren Umstrukturierung. Bereits in der Vergangenheit gab es eine temporäre DRK-Wache in Dornstadt. Nun kommen weitere Wachen in Lonsee und Staig hinzu. Zudem werden an mehreren Rettungswachen die Dienstzeiten ausgeweitet. „Mit dieser Maßnahme passen wir unsere Strukturen an veränderte Rahmenbedingungen an“, erklärt David Richter, Geschäftsführer der DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm gGmbH. So werde die Notfallversorgung im gesamten Rettungsdienstbereich gestärkt.
Die Personalsituation im Rettungsdienst ist laut Zoller gut. „Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir ausreichend Personal haben.“ Das DRK bildet in großem Umfang selbst aus. Rund 80 Auszubildende lernen derzeit den Beruf des Notfallsanitäters. Insgesamt hat der DRK Rettungsdienst Heidenheim-Ulm rund 600 Mitarbeiter. Diese sichern die Versorgung von Ulm und dem Alb-Donau-Kreis. Die neue Wache in Blaustein ist ein weiterer Baustein in diesem System. Sie soll die Sicherheit der Bürger weiter verbessern. Die nächsten zwei Jahre werden zeigen, wie sich der neue Standort bewährt.