Medienberichten zufolge stoppt Boehringer Ingelheim geplante Neuinvestitionen in Deutschland. Betroffen sind demnach Projekte an den Standorten Ingelheim und Biberach. Insgesamt geht es um rund 900 Millionen Euro, die eigentlich zwischen 2027 und 2030 investiert werden sollten.
Für Biberach ist die Entscheidung besonders wichtig: Boehringer Ingelheim ist dort der größte Arbeitgeber und ein bedeutender Gewerbesteuerzahler. Aktuelle Arbeitsplätze sollen laut Unternehmen nicht betroffen sein. Es gehe ausschließlich um neue Investitionsprojekte.
Ich finde es ein fatales Signal, wenn eine der noch funktionierenden Leitindustrien der Republik hier keine Investitionen mehr tätigt. (Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler)
Biberachs Oberbürgermeister Norbert Zeidler hat in den sozialen Medien deutlich auf die Entscheidung reagiert. Auf Facebook schreibt er: „So schnell hat man Mr. President Trump in der eigenen Stadt präsent. Deal um die US-Zölle oder doch die Mehrbelastungen der Pharma-Industrie aus dem geplanten GKV-Sparpaket? Ich finde es ein fatales Signal, wenn eine der noch funktionierenden Leitindustrien der Republik hier keine Investitionen mehr tätigt. Da ist Landes- und Bundespolitik an oberster Stelle gefordert… und: die Öffentlichkeit hat einen Anspruch auf umfassende und ehrliche Information! Es bleibt spannend!!!“
Hintergrund sind laut Medienberichten schlechtere Rahmenbedingungen für die Pharmaindustrie in Deutschland und Europa. Boehringer kritisiert demnach vor allem das geplante Sparpaket im Gesundheitswesen. Das Unternehmen investiert gleichzeitig weiter im Ausland. Medienberichten zufolge sollen in den USA bis 2028 mehrere Milliarden Euro fließen. Für Biberach bleibt jetzt die Frage, welche geplanten Projekte konkret wegfallen.