Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim will am Standort Biberach wieder selbst in die Forschung gegen resistente Erreger einsteigen. Dabei sollen auch neue Antibiotika entwickelt werden. Der Wiedereinstieg in die eigene Forschung soll nach Angaben des Unternehmens in Kürze starten.
Im Mittelpunkt stehen sogenannte antimikrobielle Resistenzen. Dabei werden Bakterien oder andere Erreger unempfindlich gegen Medikamente, die normalerweise gegen sie wirken. Dadurch können Infektionen schwieriger zu behandeln sein.
Nach Angaben von Boehringer Ingelheim befinden sich derzeit nur wenige neue Antibiotika in der Entwicklung. Konzernchef Shashank Deshpande sprach bei einem Mediengespräch am Standort Biberach von einer „stillen Pandemie“.
In den vergangenen Jahren hatte Boehringer Ingelheim bei der Forschung zu resistenten Erregern vor allem auf Kooperationen mit anderen Unternehmen und gemeinsame Projekte gesetzt. Künftig soll wieder stärker im eigenen Unternehmen geforscht werden.
Nach Angaben des Unternehmens geht es bei dem Wiedereinstieg zunächst nicht um schnelle finanzielle Erträge. Boehringer Ingelheim rechnet kurzfristig nicht mit bedeutenden Einnahmen aus diesem Forschungsbereich.
Am Boehringer-Standort Biberach mit seinen rund 7.500 Beschäftigten soll die Forschung an neuen Medikamenten gegen resistente Erreger also wieder stärker in den Fokus rücken.