Bürgernähe durch Faxgeräte? Fax bleibt in Baden-Württembergs Ministerien Alltag

Back to the 80ies?

Bürgernähe durch Faxgeräte, Papierstau statt E-Mail? In Baden-Württembergs Ministerien gehört das Fax immer noch zur Grundausstattung.

In Baden-Württembergs Ministerien surrt und piepst es noch wie in den 80ern: Über 1.400 Faxgeräte sind da weiterhin im Einsatz. Während Bayern das Fax längst ins Technikmuseum verbannt hat, hält das grün-schwarze Land eisern an der Papierrolle fest.

Bürgernähe mit Technik aus den Achtzigern?

Ausgerechnet das Innenministerium, zuständig für Digitalisierung, hat mit 568 Faxgeräten den größten Gerätepark – dicht gefolgt vom Justizministerium mit 585. Nur Wirtschafts-, Verkehrs- und Staatsministerium sind schon fax-frei.

Die Begründung aus Stuttgart klingt fast nostalgisch: Das Fax diene „der Bürgernähe“. Wenn also ein Wählton durch die Amtsgänge hallt, ist das der Sound der Demokratie?

Das alles geht aus einer FDP-Landtags-Anfrage hervor. Die schüttelt ungläubig den Kopf: FDP-Digitalisierungsexperte Daniel Karrais nennt das Ganze ein Symbol der Rückständigkeit. Seine Forderung: ein digitales Postfach und eine Bürger-App. Oder wie er es sinngemäß sagt – Bürgernähe erreiche man nicht mit Technik aus den Achtzigern.

Wir brauchen endlich ein funktionierendes digitales Postfach für die Behördenkommunikation und eine Bürger-App. (Daniel Karrais)

Bleibt zu hoffen, dass das Innenministerium die Faxnummer bald gegen eine Cloud-Adresse tauscht – bevor der letzte Toner trocken ist.

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