Demnach befinden sich die Materialien auf Paletten in einem Lager im Ulmer Postleitzahlgebiet 89081. Wo genau das Lager liegt, wird in der Ausschreibung des Bundesgesundheitsministeriums nicht genannt. Zu dem Gebiet gehören unter anderem der Eselsberg und die Wissenschaftsstadt.
Das Bundesgesundheitsministerium sucht jetzt ein Unternehmen, das die Materialien abholt und verwertet. Der Auftrag hat laut Ausschreibung ein geschätztes Volumen von 715.000 Euro netto. Abgewickelt sein soll er bis Ende November 2027. Die Menge ist enorm: Die Mindestmenge liegt bei 392 Tonnen, maximal können es 2.174 Tonnen werden. Für den Abtransport wären laut Medienberichten bis zu 87 Sattelschlepper nötig.
Bei dem Material handelt es sich laut Ausschreibung zum größten Teil um Schutzmasken. In kleinerem Umfang seien auch Schutzbrillen und Spritzen darunter. Da die Produkte nicht mehr verwendet oder in Verkehr gebracht werden können, müssen sie entsorgt werden. Offenbar sind die Materialien abgelaufen. Bis zu 75 Prozent der Gegenstände müssen nach Wortlaut „energetisch verwertet“ werden. Das bedeutet: Sie werden verbrannt. Der Rest kann nach den gesetzlichen Vorgaben möglicherweise anders verwertet oder recycelt werden.
Die Schutzmasken stammen aus der Corona-Pandemie. Damals hatte der Bund unter dem damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn große Mengen an medizinischem Schutzmaterial beschafft. Diese Käufe standen später immer wieder in der Kritik, unter anderem wegen hoher Kosten und großer ungenutzter Bestände.
Laut einem Bericht der „BILD“ sollen allein die in Ulm gelagerten Masken ursprünglich einen Wert von rund 250 Millionen Dollar gehabt haben. Diese Summe geht allerdings nicht direkt aus der Ausschreibung hervor.
Bereits Anfang 2026 hatte die Bundesregierung erklärt, dass ein großer Teil der damals beschafften Corona-Schutzmasken inzwischen ungenutzt verbrannt wurde. Dabei war von rund drei Milliarden Masken die Rede. Die Kosten dafür lagen nach Regierungsangaben bei rund acht Millionen Euro.