Bundestag gibt für Streckenplanung Augsburg-Ulm grünes Licht

Schneller von Augsburg nach Ulm: Der Bundestag ermöglicht die Detailplanung für eine neue ICE-Strecke – doch die endgültige Finanzierung und der Zeitplan bleiben offen.

Der Bundestag hat grünes Licht für die weitere Planung zum Aus- und Neubau der ICE-Strecke zwischen Augsburg und Ulm gegeben. Ein entsprechender Antrag des Verkehrsausschusses wurde mit den Stimmen der Fraktionen von Union, SPD, AfD und Linken angenommen, die Abgeordneten der Grünen enthielten sich.

Durch die künftige Trasse sollen die Fernzüge zwischen Augsburg und Ulm dann nur noch 26 Minuten unterwegs sein, bislang beträgt die Fahrtzeit mehr als 40 Minuten. Die Strecke soll für eine Geschwindigkeit von bis zu 300 km/h ausgebaut werden. Aktuell geht die Deutsche Bahn (DB) von Kosten in Höhe von voraussichtlich mindestens 8,2 Milliarden Euro für das Projekt aus. Einstmals waren die Kosten noch im Bereich von etwa 2 Milliarden Euro geschätzt worden.

Mit dem Bundestagsbeschluss ist der Weg dafür frei, dass die bereits seit vielen Jahren laufende Planung der Hochgeschwindigkeits-Bahntrasse nun im Detail fortgesetzt werden kann. Bis zum Beginn der Bauarbeiten werden noch Jahre vergehen – zumal die staatliche Finanzierung bislang nicht gesichert ist.

Alte Bahnstrecke soll trotz Neubau weiterhin genutzt werden

In den vergangenen Jahren hatte die DB die Strecke bereits grob festgelegt. Mehrere mögliche Trassen waren dafür geprüft worden. Da die Ausbauziele nur durch eine Modernisierung der bestehenden Strecke nicht erreicht werden können, soll eine neue Trasse neben der Autobahn 8 (München-Stuttgart) gebaut werden. Die rund 170 Jahre alte, etwa 85 Kilometer lange Bestandsstrecke soll aber weiterhin für Regionalbahnen genutzt und im kommenden Jahrzehnt dafür gesondert modernisiert werden.

Völlig unklar ist bisher, wie teuer die neue Strecke letztlich wird und wann das Geld dafür im Bundeshaushalt vorhanden ist. Bei der bisherigen Planung wurde auch eine Prognose erstellt, wonach die Bahnverbindung der beiden benachbarten Großstädte durch die noch zu erwartenden Kostensteigerungen letztlich 13,3 Milliarden Euro kosten könnte.

Die künftige ICE-Strecke soll auch zusätzliche Kapazitäten für den Güterverkehr schaffen. Die weiteren Planungsschritte ermöglichen ebenfalls, dass ergänzend zu dem Ausbau für den Fernverkehr entlang der Strecke zusätzliche Bahnhöfe für den Regionalverkehr entstehen, beispielsweise in Zusmarshausen. Die für den Ausbau zuständige Bahn-Infrastrukturtochter DB InfraGo soll sich dafür eng mit der für den Nahverkehr im Freistaat zuständigen Bayerischen Eisenbahngesellschaft abstimmen.

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