Mehr als vier Jahrzehnte nach einem Mord bei Deggingen im Landkreis Göppingen könnte einer der lange ungeklärten Fälle der Region vor Gericht kommen. Die Staatsanwaltschaft Ulm hat einen heute 70-jährigen Mann aus Schwendi wegen Mordverdachts angeklagt.
Er soll im Februar 1985 eine damals 31 Jahre alte Frau getötet und ihre Leiche in einem Waldstück zurückgelassen haben. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und hat sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Nach dem Vorwurf der Staatsanwaltschaft soll sich der Mann mit der Frau getroffen und sie mit seinem Auto zu einem Waldweg südwestlich von Deggingen gebracht haben. Dort soll er sie vergewaltigt und anschließend brutal getötet haben, um die Tat zu verdecken.
Die Leiche der Frau wurde erst mehr als zwei Wochen später im Wald gefunden. Schon damals liefen umfangreiche Ermittlungen – ohne entscheidenden Durchbruch.
Jahrzehnte später wurden die alten Akten und Beweismittel erneut ausgewertet. Eine bereits 1985 gesicherte DNA-Spur spielte dabei eine wichtige Rolle. Im November 2025 durchsuchten Ermittler dann das Anwesen des Mannes in einem Teilort von Schwendi. Neue Auswertungen und ein ergänzendes rechtsmedizinisches Gutachten erhärteten nach Angaben der Behörden den Verdacht.
Am 14. April 2026 wurde der Mann festgenommen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Ulm Anklage zur Schwurgerichtskammer des Landgerichts Ulm erhoben. Wann ein möglicher Prozess beginnt, ist noch offen.